| «« zurück | [ISSN 1863-0855] Herausgegeben von Felix Biermann und Thomas Terberger |  |
[Letzte Aktualisierung: 06.07.2009]
[ AGO 6 ]
Glaube, Macht und Pracht.Geistliche Gemeinschaften des Ostseeraums im Zeitalter der Backsteingotik. Beiträge einer interdisziplinären Fachtagung vom 27. bis 30. November 2007 im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald. Oliver Auge, Felix Biermann und Christofer Herrmann (Hrsg.)
Hardcover
INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort (5)
Einführung und Grundlegung (9-48)
Biermann, Felix <B0127>:
Glaube, Macht und Pracht.
Geistliche Gemeinschaften des Ostseeraums im Zeitalter der Backsteingotik –
Einführung (9-37).
Belief, power and splendour.
Ecclesiastical communities of the Baltic region during the red brick Gothic
period – introduction.
Zusammenfassung
Der Einführungsbeitrag gibt einen thematischen
Aufriss zum Band „Glaube, Macht und Pracht – Geistliche Gemeinschaften des
Ostseeraums im Zeitalter der Backsteingotik“, der die meisten Beiträge der
gleichnamigen Tagung vom 27. bis 30. November 2007 im Alfried Krupp
Wissenschaftskolleg Greifswald umfasst. Dabei geht er auf die Rolle der
geistlichen Gemeinschaften in der Mission und Seelsorge, im Landesausbau und
der Wirtschaftsentwicklung, auf ihre Bedeutung für Politik und Gesellschaft,
Spiritualität, Kunst, Kulturaustausch und Architektur ein. Gestützt auf
Beispiele vor allem aus dem Südwesten der Ostsee werden einige Facetten des
Themas beleuchtet sowie auch jene Beiträge der Tagung kurz angesprochen, die
in diesen Band keinen Eingang gefunden haben.
Abstract
The introductory article gives a topical view at
the volume “Glaube, Macht und Pracht – Geistliche Gemeinschaften des
Ostseeraums im Zeitalter der Backsteingotik“ which includes most of the
lectures of the eponymous conference from November, 19 to 30, 2007 at the
Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald. Thereby it responds to the role
of the clerical communities with mission and pastoral care, with expansion and
economic development, spirituality, art, cultural exchange and architecture.
Based on examples especially fom the Southwest Baltic Sea area some facets of
the issue are commented on, and some lectures of the conference were touched
upon which have not been included into this volume.
A. Einleitung (9)
Thema des Tagungsbandes
Monastische Kunst und Architektur der
Backsteingotik
Bedeutung der geistlichen Gemeinschaften
 |
Für die Mission und die christliche
Spiritualität |
 |
Für Siedlungsgeschichte und Wirtschaftsgeschichte |
 |
Für herrschaftliche und politische Belange |
Gebiet der Ostsee-Anrainer, bes. im Südwesten
B. Mission und Seelsorge
(9-14)
- Beginn der Missionierung seit dem 10.Jh.
- Besondere Rolle der Orden auch im Auftrag
slawischer Herrscher
- Sonderfall Ritterorden im baltischen Raum
[Schwertbrüderorden, Deutscher Orden]
- Errichtung von Klöstern, teilweise am Ort paganer
Heiligtümer
- In der Frühzeit Gewalttaten gegen die Missionare
[die fünf Märtyrerbrüder u.a.]
- Nach Stabilisierung der Lage: Schuldienste und
Pfarrdienste, Seelsorge, Wallfahrt
- Beteiligung am überregionalen Vertrieb
landwirtschaftlicher und anderer Produkte
C. Landesausbau und Wirtschaftsentwicklung
(15-20)
- Ordensniederlassungen werden große Grundbesitzer
[Rodung, Melioration, Überlassung von Wüstungen]
- Anwerbung westlicher Zuwanderer
- Ausstattung mit Privilegien
- Überregionaler Vertrieb agrarischer und
nichtagrarischer Produkte
D. Herrschaft und Gesellschaft
(21-26)
- Geistliche Gemeinschaften politisch aktiv
- Pflege der Totenmemoria der Herrscherhäuser
- Empfänger von Stiftungen
- Fehden mit städtischen und niederadeligen
Nachbarn
- Bettelroden übernehmen soziale Aufgaben in den
Städten
- Säkularisierung der Bettelorden im 16. Jh. ein
Schritt vom Mittelalter zur Neuzeit
E. Spiritualität, Kunst, Kulturaustausch und Architektur
(26-28)
- Kulturelle Vernetzung von Mutterklöstern und
Filialen
- Ausgeprägte Buchkultur und Schriftkultur [Buchdruck]
- Künstlerische Zentren für Glasmalerei, Bauplastik,
Skulptur, Kunsthandwerk
- Vorbildliche Architektur [erste Backsteinbauten,
Ziegelöfen - Ziegelofen]
- Überregionale Kulturkontakte
F. Beiträge zur Tagung
(29-31)
- Wechselwirkung zwischen Orden und Kulturentwicklung
ihrer Zeit
- Säkularisierung bzw. Aufhebung vieler Klöster in
der Reformationszeit
G. Gedruckte Quellen (32)
H. Literatur (32-36)
I. Zusammenfassung /
Abstract (37)
- Überblick über die Beiträge im Tagungsband
Lübke , Christian <L0137>:
Ein Fall von „Challenge and response“ ?
Die autochthonen Bewohner des südlichen Ostseeraums gegenüber Macht und Pracht
des Christentums (39-48).
A case of ‘challenge and response’?
The autochthonous inhabitants of the southern Baltic in the face of the power
and splendour of Christianity.
Zusammenfassung
Als Beitrag zur Darstellung des Gesamtphänomens
des Vordringens des Christentums samt seiner Zeichen der Macht wird der
Versuch unternommen zu klären, wie die autochthonen, slavischen Bewohner des
südlichen Ostseeraums auf die Begegnung mit dem Neuen reagierten, mit dem sie
seit der Zeit Karls des Großen konfrontiert waren. Es handelte sich zunächst
um eine politisch-militärische Vorfeldsteuerung der Karolinger gegenüber den
noch gentilreligiösen Elbslaven und Ostseeslaven, die später von den Ottonen
wieder aufgenommen und mit Hilfe von kirchenorganisatorischen Maßnahmen
[Erzbistum Magdeburg] intensiviert wurde, um die unmittelbare Herrschaft über
die Region zwischen Elbe und Oder zu erringen. Im Widerstand gegen die
Repräsentanten des Christentums schärften sich aber die gentilreligiöse
Identität der Slaven und ihr Bedürfnis, ihren Gottheiten und Kultplätzen
angemessene Gestalt zu verleihen, die auch dem Vergleich mit den Zeichen der
Christen Stand halten konnte. Unter diesen Bedingungen gewannen die
Kultstätten in Riedegost [Rethra] und Arkona überregionale Bedeutung, die sich
auch auf den politisch-militärischen Bereich des Lebens erstreckte. Diese
Variante des Prinzips von „challenge and response“, dessen Gültigkeit im
südlichen Ostseeraum für etwa zweihundert Jahre dokumentiert ist, endete mit
der Eroberung und Zerstörung Arkonas im Jahr 1168.
Abstract
This article contributes to the investigation of
the phenomenon of the Christian mission and their symbols of power. The
question is how the autochthonous Slavic people living at the Southern Baltic
Sea shore reacted on the contact with the new religion since the time of
Charlemagne. The Carolingians tried to control the still pagan Elb Slavic
people politically and militarically. The Ottonians intensified these attempts
by using church organization [Archdiocese of Magdeburg] and tried to get the
direct power on the region between the rivers Elbe and Oder. In the resistance
against the representatives of Christianity the pagan identity of the Slavic
people increased. They tried to create cultic places for their gods which were
equal to the cristian symbols. Under these conditions the cultic places in
Riedegost [Rethra] and Arkona became highly important, not only for religious
but also for political-militaric reasons. This variant of the „challenge and
response“ principle existed in the southern Baltic for approximately 200 years
and ended with the defeat and destruction of Arkona 1168.
A. Die autochthonen Bewohner des südlichen Ostseeraums
(39-45)
- Slawische Gemeinschaften an der südlichen
Ostseeküste jenseits Elbe und Saale
- Keine politische Einheit zu Beginn des 9. Jh.
- Keine gemeinsame Sprache und Kultur
- Expansion der Franken
- Einführung des Christentums
- Wachsende Handelsbeziehungen bis in den Nahen
Osten
- Etablierung von Fürstendynastien führt zu
Staatenbildung
- Keine eigene schriftliche Überlieferung
- Christliche Informationen unter Verdacht der
Interpretatio christiana
- Teilweise Geringschätzung der slawischen
Geschichte durch deutsche Historiker
- Historiker slawischer Länder vermuten Hochkultur
bereits vor der Christianisierung
- Rekonstruktion einer slawischen Gentilreligion
bleibt hypothetisch
- Mährische Fürsten führen eigenständig das
Christentum ein [Kyrill und Method]
- Griechisch-orthodoxer Ritus setzt sich durch
- Konfliktfreies Nebeneinander der paganen und
christlichen Kulte
- Konkurrenz zwischen Christentum und slawischer
Gentilreligion seit Mitte des 10. Jh.
- Slawenaufstand von 983 holt heidnische
Eigenständigkeit zurück
- Kathedralkirchen und Pfarrkirchen gegen pagane
Tempelanlagen
- Christliche Heilige gegen paganen Polytheismus
- Gegenseitige Zerstörung der Glaubenssymbole
- Im 12. Jh. durch Neusiedler verstärkte
Missionierung
- 1147‘ Wendenkreuzzug’
- 1168 Fall der Kultstätte in Arkona
B. Quellen und Regestenwerke
(46)
C. Literatur (46-47)
D. Zusammenfassung /
Abstract (48)
Klöster Skandinaviens und der Ostseeraum
(49-124)
Olesen, Jens E. <O0034>:
Der Einfluß dänischer Klöster auf den Ostseeraum (49-58).
The influence of Danish abbeys on the Baltic area.
Zusammenfassung
Der Beitrag untersucht den Einfluss dänischer
Klöster auf den Ostseeraum im 12. und 13. Jh. Durch die Versöhnung zwischen
Kirche und Königtum im Jahre 1170 in Ringsted und der Heiligsprechung Herzog
Knud Lavards [Vater König Waldemars I. des Großen von Dänemark] wurde speziell
das Zisterzienserkloster Esrom in Nordseeland verstärkt in der dänischen
Politik in Pommern eingesetzt. Nach der Eroberung Rügens 1168 / 1169 folgte
1171 die Gründung des Klosters Dargun im [süd]östlichen Grenzgebiet des
pommerschen Kerngebiets, gefolgt 1174 von Kloster Kolbatz bei Stettin. Ein
Nonnenkloster, gegründet 1193 in Bergen auf Rügen, konsolidierte die
kirchliche Anbindung mit dem Bistum zu Roskilde. Probleme an der Grenze zu
Brandenburg führten dazu, dass die Mönche in Dargun 1199 ihr Kloster nach
Hilda [Eldena] verlegten. Eine ähnliche Situation erwies sich in Kolbatz, und
etwa 1178 gründeten die Mönche ein Tochterkloster in Oliva bei Danzig. Ein
Prämonstratenserkloster wurde nach 1173 in Belbuck gegründet. In Estland
unterstützte die Königin Margrethe Sambiria speziell das dortige Nonnenkloster
und die Verehrung ihres verstorbenen Mannes, König Erik Plovpenning [† 1250].
Die dänischen Klostergründungen in Pommern endeten in den 1190er Jahren, aber
dänische Klosterkultur blieb für die Dauer eines halben Jahrhunderts von
großer Bedeutung in der pommerschen Kirchengeschichte. Rügen gehörte zum
Bistum Roskilde bis zur Reformation.
Abstract
The article considers the influence of Danish
cloisters on the Baltic Sea area in the 12th
and 13th centuries. Because of the reconciliation between Church and Kingship
in 1170 in Ringsted and the canonisation of Duke Knud Lavard [father of King
Waldemar I the Great of Denmark] the Cistercian cloister at Esrom was utilised
increasingly by Danish politics in Pomerania. After conquering Rügen in 1168 /
1169 the cloister at Dargun in the [south]east frontier area was founded in
1171. It ensued, followed by the cloister at Kołbacz near Szczecin in 1174. In
1193 a convent was founded at Bergen on Rügen which consolidated the church
connection to the bishopric of Roskilde. Because of problems at the frontier
to Brandenburg the monks at Dargun relocated to Hilda [Eldena]. Through a
similar situation at Kołbacz the monks founded a subsidiary cloister at Oliva
near Gdańsk in about 1178. After 1173 a Premonstratensian cloister was founded
at Białoboki. In Estonia Queen Margrethe Sambiria especially supported the
local convent and the adoration of her deceased husband, King Erik Plovpenning
[† 1250]. The Danish foundations of cloisters in Pomerania ended in the 1190s
but the Danish cloistral culture remained of great importance in pomeranian
church history for a period of half a century. Rügen belonged to the bishopric
of Roskilde until Reformation.
A. Einleitung (49)
- Großer Einfluß dänischer Klöster außerhalb des
eigentlichen Königreiches
- Klostergründungen in Pommern während der dänischen
Expansion
- Politisch-kulturelle Interessen der dänischen Könige
B. Einfluß dänischer Klöster auf den Ostseeraum im 12. und
13. Jh. (49-53)
- Dänische Expansion ab ca. 1160
- Eroberung von Rügen und Pommern
- Neugründung von Klöstern vom dänischen Mutterkloster
Esrom
- Kloster Dargun 1171
- Kloster in Kolbatz bei Stettin ca. 1174
- Insgesamt 14 Zisterzienserklöster direkt oder indirekt
von Esrom
C. Widerstand gegen die dänischen Bestrebungen in Pommern
(53-55)
- Politische Lage behindert die Fortsetzung des dänischen
Einflusses
- Verlegung von Kloster Dargun nach Hilda, wird Kloster
Eldena 1199
- Dänische Mönche sagen sich von Dargun los
- Tochtergründung von Kolbatz wird Kloster Oliva bei
Danzig, ca. 1178 gegründet
- Neugründung Prämonstratenserkloster in Belbuck, Stiftung
1208 nach Mariengaarde verlegt
D. Fazit (55-56)
- Dänische Klostergründungsepoche in Pommern dauert etwa
50 Jahre
- Ende der dänischen Klostergründungen in den 1190er
Jahren
- Dänischer Einfluß auf Rügen bis zur Reformation
E. Quellen (56)
F. Literatur (56-57)
G. Zusammenfassung /
Abstract (58)
Kristensen , Hans Krongaard <K0289>:
Architektonische Beziehungen zwischen dänischen
Zisterzienserkirchen und den Töchterklöstern in Dargun, Eldena und Kołbacz
(59-75).
Architectural relations between Danish Cistercian churches
and the Daughters of Esrum at Dargun, Eldena and Kołbacz.
Zusammenfassung
Die Zisterzienserklöster Dargun und
Kolbatz wurden 1172 und 1174 vom dänischen Kloster Esrum gegründet. Später
flohen die Mönche von Dargun und gründeten 1199 ein neues Kloster in Eldena bei
Greifswald. Das Kloster Darun wurde 1209 von Mönchen aus Doberan neu gegründet.
Die drei Kirchen von Dargun, Eldena und Kolbatz zeigen in vielen Punkten
Ähnlichkeiten zur dänischen Zisterzienser-Architektur des späten 12. und frühen
13. Jhs.
Im späten 12. Jh. wurde Dänemark von zwei
bedeutenden Architekturstilen geprägt. In Jütland wurden große Anstrengungen
unternommen, um die Kathedralen in Schleswig, Ribe und Viborg fertig zu stellen
und die in Børglum zu beginnen – ursprünglich beeinflusst von der Architektur
aus dem Rheinland. Auf Seeland wurden einige bedeutende Kirchen wie die
Zisterzienserklosterkirchen in Esrum und Sorø, die Benediktinerkirche in
Ringsted sowie der östliche Teil der Kathedrale in Roskilde mit Backsteinen nach
französischem Vorbild gebaut.
Um 1200 erreicht dieser Seelandstil auch
Jütland und breite sich auf die dortigen Zisterzienserklöster aus. Dieser
jütländische Zisterzienserstil im 13. Jh. war weiterentwickelt als der
Seelandstil des 12. Jhs., der für die Klöster im Wendland Bedeutung erlangte. An
dieser Stelle hat sich die ältere Forschung mehr auf den Seelandstil
konzentriert.
Abstract
In 1172 and 1174 the Cistercian abbeys of
Dargun and Kolbacz were founded from the Danish abbey of Esrum. Later the monks
fled from Dargun and founded a new monastery in Eldena near Greifswald in 1199.
The abbey of Dargun was later re-established in 1209 with monks from Doberan.
The three churches at Dargun, Eldena and Kolbacz are in many ways related to
Danish Cistercian architecture in late 12th and early 13th centuries.
In the late 12th century Denmark was
marked by two major architectural lines. In Jutland great efforts were made to
finish the cathedrals in Slesvig, Ribe and Viborg and to start the one in
Børglum – originally influenced by the architecture from the Rhineland area. On
Zealand some great churches such as the Cistercian abbey churches at Esrum and
Sorø, the Benedictine church at Ringsted plus the eastern part of the cathedral
in Roskilde were built by bricks in a French taste.
At about 1200 this Zealand Style was also
imported to Jutland and spread to the Cistercian abbeys there. This 13th century
Cistercian style was more developed than the Zealand style of the 12th century,
which became important for the Wendland monasteries. At this point older
research has been more focused on the Zealand Style.
A. Zisterzienserklöster in Dänemark
(59-62)
- Zwei Klostergründungen in Dänemark
- Herrevad in Scania 1144 von Citeaux
- Esrum 1153 von Clairvaux
- Alle weiteren dänischen Klöster sind Tochterklöster von
Esrum
- Alle Klöster des 12. und 13. Jhs. basieren auf dem
‘Fontenay-Plan’
- Zwei Architekturstile in Dänemark im 12. Jh.
- Seelandstil
 |
Ziegelmauerwerk |
 |
Französischer Architekturstil |
 |
Seelandstil um 1200 auch in Jütland [Århus, Vitskøl] |
- Jütländischer Zisterzienserstil - Jütland
 |
Einflüsse aus dem Rheinland |
 |
Wachsende Bedeutung im 13. Jh. durch
weiterentwickelten Seelandstil [wendische Klöster] |
- Karte 1: Zisterzienserklöster, die von Citeaux und
Clairvaux abstammen
- Vergleich der Grundrisse der Klöster mit Clairvaux
- Karte 2: Plan der dänischen Klöster und von Clairvaux
 |
Herevad |
 |
Vitskøl |
 |
Øm |
 |
Løgum |
 |
Sorø |
 |
Holme |
 |
Esrum |
B. Kolbacz (62-67)
Vergleich der Halbsäulenbasen von Roskilde, Vitskøl und
Kolbatz
C. Eldena (67-70)
- Kompositsäulen des Seelandstiles mit leichten
Differenzen
- Spezielles Motiv: Blendarkaden und Blendarkadenfries
[Dänemark ab Mitte 13. Jh.]
D. Dargun (71-72)
- Säulenkonstruktion und Dekoration ähnlich Kolbatz und
dänischen Kirchen
- Kreuzbogenfriese seit dem 12. Jh.
E. Das Ende des dänischen Einflusses
(72-73)
- Früheste Kirche von Doberan von dänischen Zisterziensern
beeinflußt
- Nach dem Brand von 1291 gotischer Einfluß
- Wirtschaftliche und militärische Konflikte beenden den
dänischen Einfluß ab Mitte 13. Jh.
F. Zusammenfassung (73-74)
- Von 10 dänischen Zisterzienserklöstern nur zwei erhalten
- ‘Wendische Klöster’ mit eigenen
Merkmalen und denen der Zisterzienser
- Fehlen präziser Daten der baltischen Klöster
- Dänische Klöster unzureichend publiziert
G. Literatur (74)
H. Abstract /
Zusammenfassung (75)
Badstübner , Ernst <B0363>:
Grundlagen und Ausprägungen der Backsteingotik im
Ostseeraum (77-94).
The foundations and characteristics of red brick Gothic
architecture in the Baltic area.
Zusammenfassung
Backstein, der getrocknete oder gebrannte
Ziegel, wird seit dem Altertum weltweit als Baumaterial verwendet. In
spätantik-frühchristlicher Zeit bildet sich eine Bautradition heraus, die im 11.
und 12. Jh. in Oberitalien zu einer spezifischen Bauweise wird und sich auch
nördlich der Alpen, vor allem im Norden Mitteleuropas ausbreitet. Nach
anfänglicher Nachbildung von Hausteinarchitektur im Gesamten wie im Detail
entwickelt sich im 13. und 14. Jh. unter Ausnutzung der Serialität des Materials
die Art und Weise des Bauens mit dem Backstein, die Backsteingotik genannt wird
und zu den herausragenden Leistungen der Architekturgeschichte, den
kathedralgestaltigen Pfarrkirchen, den Rathausgiebeln und Prunktoren in den
Hansestädten wie auch im Lande bei Klöstern und Ordensburgen geführt hat.
Abstract
The brick, air-dried or fired, has been
used since antiquity as building material. In late antiquity resp. early
Christian time an architectural tradition evolved which became a specific
architecture in Upper Italy in the 11th and 12th centuries and spread north of
the Alps, too, especially in the North of Central Europe. After initial
reproduction of hewed stone-architecture in total and in detail, in the 13th and
14th centuries the style called brick gothic developed with the utilization of
the seriality of the material. This style brought about excellent achievements
of the history of architecture, the cathedral-shaped parish churches, the town
hall gables and magnificent gates in the Hanseatic cities as well as cloisters
and Ordensburgen in the country.
A. Das Material (77-82)
- Definition [getrockneter oder gebrannter Ziegel bzw.
Backstein]
- Anwendung
- Ziegel seit der Antike für Bauwerke verwendet
- 11. und 12 Jh. in Oberitalien baukünstlerische
Gestalten mit Ziegeln
- Beginn der Norddeutschen Backsteingotik im 12. Jh.
B. Äußere Gestaltung (83-88)
- Norddeutschland
- Baugestaltung regional angeglichen
- Bauglieder oberitalienisch
- Giebel an profanen und sakralen Bauten
- Dänemark
- Verbindung von lombardischen und französischen
Elementen [Roskilde]
- Askanischer Herrschaftsbereich - Askanier
- Innovationsschub [Lehnin]
 |
Verzicht auf Haustein für struktive Bauglieder |
 |
Verwendung der Backsteine für Ornamente |
C. Innere Gestaltung (88-91)
- Zweigeschossiger Wandaufriß
- Laufgänge in Verbindung mit Pfeiler-Bogen-Struktur
- Chorumgang in der 2. Hälfte 14. Jh. [aus
Süddeutschland]
D. Ende der Backsteingotik
(91-92)
- Neigung zu hypertrophen Dimensionen
- Kastellburgen mit Elementen eines Klosters
- Fassadenbildung mit Symmetrie und Mittelbetonung
- Flächenmuster
E. Literatur (93)
F. Zusammenfassung /
Abstract (94)
Kockum , Jan <K0290>:
Bäckaskog – Eine Abtei der Norbertiner in der Zirkarie
Dänemark und Norwegen (95-106).
Bäckaskog – A Norbertine Abbey in the Circary of Denmark
and Norway.
Zusammenfassung
Im 12. Jh. wurde der Norbertiner-Orden in
Teilen Skandinaviens angesiedelt. Ein Initiator im Norden war dafür Eskil, der
mächtige Erzbischof von Lund. Allerdings wurden zu Beginn des 13. Jhs. die
Bettelorden von den Nachfolgern des Erzbischofs eingeführt. Dies führte zu einem
allgemeinen Niedergang anderer Orden. Dessen ungeachtet schafften es die
Norbertiner, in Bäckaskog, einer Abtei in der ostdänischen Provinz Scania,
erfolgreich zu sein. Mit Bäckaskog als Ausgangspunkt habe ich die sich ändernde
Beziehung zwischen den Norbertinern und der weltlichen Macht im östlichen
Bereich der dänisch-norwegischen Zirkarie untersucht. In der Studie wurden
verschiedene Methoden und Quellen verwandt, um ein klares und detaillierteres
Bild der Vergangenheit zu zeichnen, als es mit traditionellerer Archäologie
möglich ist. Natürlich wurde auch „vor Ort“-Archäologie, das Verständnis der
Landschaft und ihres Einflusses auf die sich ändernde Beziehung zwischen den
Norbertinern und der weltlichen Macht in die Betrachtungen miteinbezogen. Der
Artikel präsentiert einige der Ergebnisse und Methoden.
Abstract
In the 12th century the Norbertine
order was introduced in parts of Scandinavia. One initiator in the north was
Eskil, the powerful archbishop of Lund. However, in the beginning of the 13th century the mendicant orders were introduced by successors to the
archbishopric. This led to a general decline of other orders. In spite of that
the Norbertines managed to prosper at Bäckaskog, an abbey in the East Danish
province of Scania. With Bäckaskog as a starting point I have studied the
changing relationship between the Norbertines and the secular power, during the
age of the Backsteingotik, and the consequences for the Norbertines in the
eastern part of the Danish-Norvegian circary. In the study different methods and
sources were used to obtain a cleared and more detailed picture of the past than
it is possible by way of more traditional archaeology. As well as traditional
“on site” archaeology, the understanding of the landscape and its influence on
the changing relationship between the Norbertines and the secular power have
been taken in consideration. In the article some of the results and methods are
presented.
A. Einleitung (95-97)
- Teilweise Verbreitung des Norbertiner [Prämonstratenser]
Ordens im 12. Jh. in Skandinavien
- Ausgehend vom Mutterkloster Prémontré [Gründer Norbert
von Xanten] oder Steinfeld
- Organisation in Provinzen oder Zikarien
- Initiatoren der Verbreitung
- Eskil, Erzbischof von Lund gründet mehrere Klöster
- Einführung der Bettelorden seit Anfang 13. Jh. führt zum
Niedergang der Prämonstratenser
- Norbertiner erfolgreich vor allem in Bäckaskog
- Abteien der Norbertiner in der Zirkarie Dänemark und
Norwegen
- Zikarie Norwegen
 |
Tønsberg |
 |
Dragsmark |
- Zikarie Dänemark
 |
Bøeglum, Tochter von Kloster Steinfeld |
 |
Vrejlev für Frauen |
 |
Lund, evtl. die älteste Gründung 1150 |
 |
Tommarp |
 |
Öved |
 |
Vä |
 |
Bäckaskog [Saltus Santae Mariae], jüngste Abtei als
Nachfolger von Vä |
B. Die Abtei von Vä (98)
- Bereits in der Eisenzeit ein zentraler Kultplatz
- Siedlung im Mittelalter
- Mitte 12. Jh. Weihung der Kirche S. Maria, später
Umwandlung in ein Kloster
- 1213 Zerstörung des Kloster durch Brand
- Kein Wiederaufbau in Vä
C. Die Abtei und der Kampf zwischen der sekularen und
religiören Macht (98-100)
- Anfang 13. Jh. verändern sich die Umstände allgemein für
die Norbertiner
- Konflikte mit den Klerikern der Kathedrale
- Vä verwandelt sich von einem städtischen zu einem
ländlichen Kloster
- Konflikte zwischen den Norbertinern und dem Könighaus
- Neugründung von Kloster Vä in Bäckaskog in 20 km
Entfernung
- Gemeinsame Interessen von Norbertinern und Kirche
gegen den König
- Eisenvorkommen / Eisenverarbeitung in Vä
- Kiefernwälder - Kiefernwald / Kiefer
- Einmischung des Königs bei der Ernennung von Priestern
- Unterstützung des Erzbischofs bei der Neugründung
D. Die Abtei in Bezug auf die Landschaft und die
ökonomische Bedingungen (100-104)
- Günstige Lage des neuen Klosters zwischen zwei Seen
- Nördlich Wälder, südlich Ackerland
- Verkehrswege zu Lande [Straße über den Isthmus] und zu
Wasser [Kanal zwischen den Seen]
- Bäckaskog wird das reichste Norbertiner Kloster in
Scania
- Karte: Besitztümer von Vä und Bäckeskog
- Besitztümer später mehr im Hinterland als an den
Küsten
- Wirtschaftlicher Erfolg auf Landgütern und in den
Wäldern
E. Zusammenfassung (104)
F. Literatur (105)
G. Abstract /
Zusammenfassung (106)
Tagesson , Göran <T0110>:
Städtische Mönchskultur im mittelalterlichen Schweden
(107-124).
Urban Monastic Culture in Medieval Sweden.
Zusammenfassung
In diesem Beitrag wird das Verhältnis von
Bettelordensklöstern und Städten im mittelalterlichen Schweden behandelt, wobei
zunächst ein allgemeiner Überblick zu den Klöstern und zur Rolle der Orden in
den Städten gegeben und hernach das Beispiel Linköping näher erläutert wird.
Dazu werden historische und archäologische Quellen herangezogen und Beispiele
aus anderen europäischen Regionen beigebracht. Dabei wird herausgestellt, dass
die Niederlassungen sowie Bettelorden einen zentralen Teil des städtischen
Konzepts – in religiöser, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht – darstellten
und auch durch die Stadtherren gefördert wurden.
Abstract
The article deals with the relation
between mendicant’s monasteries and towns in medieval Sweden. The first part
provides a general overview on the cloisters and the role of the orders in the
towns. The example of Linköping is described in more detail, using written and
archaeological sources. The situation in Linköping and Sweden is compared with
examples from other European regions. As a main result it can be pointed out
that the monasteries of the mendicant monks were a central and necessary
component of the medieval town concept. Because of their relevance for the
religious, social and economic development they were supported by the town
dominions.
A. Städte und Konvente im mittelalterlichen Schweden
(107-111)
- Mehrheit der Konvente in stadtähnlichen Siedlungen [vor
allem Franziskaner und Dominikaner]
- Einige mit Frauenkonventen
- Normalerweise ein Konvent pro Stadt, manchmal zwei
- 1970er Jahre ‘Projekt Mittelalterliche Stadt’
- Sammlung archäologischer und literarischer
Quellen an 76 heutigen Städten
 |
Funktionale, topographische sowie juristische
und administrative Kriterien |
 |
Wichtiger Teil: franziskanische und
dominikanische Konvente |
- Ergebnisse des Projektes drei Perioden
 |
Periode 1: vor 1250 mit wenigen Städten,
früheste Klöster |
 |
Periode 2: 1250-1300 eine Vielzahl städtischer
Siedlungen mit Klöstern |
 |
Periode 3: nach 1300 kleinere Städte an der
Peripherie, nicht alle mit Klöstern |
- Karte mit Klöstern im mittelalterlichen Schweden
- Liste der Klöster im mittelalterlichen Schweden
- Vreta, Benediktiner ?, ca 1100
- Alvastra, Zisterzienser, 1143
- Nydala, Zisterzienser, 1143
- Varnhem, Zisterzienser, 1150
- Gudhem, Zisterzienser, Nonnen, 1160
- Viby - Julita, Zisterzienser, 1160
- Roma, Zisterzienser, 1164
- Vreta, Zisterzienser, Nonnen, 1160s
- Askeby, Zisterzienser, Nonnen, 1160
- Eskilstuna, Johanniter, 1180s
- Byarum - Sko, Zisterzienser, Nonnen, 1180
- Värfruberga, Zisterzienser, 1160
- Visby, Dominikaner, 1230
- Riseberga, Zisterzienser, Nonnen, 1195-1200
- Visby, Franziskaner, 1233
- Söderköping, Franziskaner, 1235
- Skänninge, Dominikaner, 1237
- Sigtuna, Dominikaner, 1237
- Skara, Dominikaner, 1239
- Solberga, Zisterzienser, Nonnen, ca. 1240
- Skara, Franziskaner, 1242
- Lödöse, Dominikaner, 1243
- Kalmar, Dominikaner, 1243
- Västeräs, Dominikaner, 1244
- Uppsala, Franziskaner, 1247
- Enköping, Franziskaner, 1249
- Abo, Fi., Dominikaner, 1250-1251
- Stockholm, Franziskaner, 1268
- Strängnäs, Dominikaner, 1268
- Nyköping, Franziskaner, 1280
- Skänninge, Dominikaner, Nonnen, ca. 1281
- Stockholm, Franziskaner, Arme Klarissen, 1282
- Jönköping, Franziskaner, 1283
- Arboga, Franziskaner, 1285
- Linköping, Franziskaner, 1287
- Kalmar, Dominikaner, Nonnen, 1299
- Stockholm, Dominikaner, 1340
- Vadstena, Bridgettiner, 1369
- Viborg, Ru., Dominikaner, 1392
- Viborg, Ru., Franziskaner, 1400
- Nädendal, Fi., Bridgettiner, 1438
- Krokek, Franziskaner, 1440
- Raumo Fi., Franziskaner, 1449
- Örebro, Carmeliter, 1456
- Kökar, Franziskaner, 1472
- Nya Lödöse, Franziskaner, 1473
- Gudsberga, Zisterzienser, 1477
- Kronobäck, Johanniter, 1479
- Växjö, Franziskaner, 1485
- Gudsberga, Zisterzienser, 1480-1481
- Ramundeboda, Antoniner, 1497
- Mariefred, Kartäuser, 1493
- Söderköping, Orden vom Heiligen Geist, c. 1500
B. Das Beispiel von Linköping
(111-112)
- Archäologische Untersuchungen liefern neue Ergebnisse
zur Urbanisation von Linköping
- Zentraler Ort in Mittel-Östergötland in der Eisenzeit
9.-11. Jh.
- Regionales Zentrum mit Kathedrale, Dekanat, Markt,
Thing-Patz im 12. / 13. Jh.
- Entstehung der Stadt am Ende des 13. Jh., evtl. durch
Gründung durch König Magnus Ladulås und seinem Bruder Bengt, Bischof von
Linköping
- Wichtiger Sitz des Kapitels im 14. Jh.
- Herber Rückschlag nach der Reformation
- Wiederaufblühen der Stadt ab 1630 – Sitz der
Provinzgouverneure der Provinz Östergötland
C. Das Franziskaner Konvent in Linköping
(112-117)
- 1287 Gründung des Franziskaner-Mönchskloster
- Nachweis von Donationen
- Falsche Lokalisierung von Bischof Andreas Rhyzelius
1733
- Neuere Ausgrabungen haben keinen Nachweis einer
Klosterkirche erbracht
D. Das Mönchskloster Linköping im späten Mittelalter
(117-119)
- Große Anzahl von Schenkungen ab 1330 fällt zusammen mit
der Entstehung der Stadt
- Große Schenkungen bis 1370, Zusammenhang mit der Pest
und dem Bürgerkrieg
- Expansion der Stadt in der 2. Hälfte des 14. Jh.
- Dichtere Besiedlung
- Neue Haustypen
- Größere Anzahl importierter Güter
- Städteplanerische Umgestaltungen von Straßen und
Marktplatz
- Mitglieder des Kapitels verlegen ihre Residenz in
Steinhäuser um die Kathedrale
- Konvent der Franziskaner ist ein wichtiger und
unentbehrlicher Teil der Stadt
E. Der Konvent und die Stadtgründung aus europäischer
Perspektive (119-121)
- Gründung von Linköping in der Folkunga Dynastie
[1250-1360]
- In dieser Zeit Tendenzen zur Zentralisierung
- Wichtige ökonomische Veränderungen [Verbindung zur
Hanse]
- Wachstum der Städte, Neugründungen
- Vergleich mit anderen Stadtgründungen
F. Städtische Kultur – Klösterliche Kultur
(121-122)
- Bettelorden bringen neue Spiritualität und Religiosität
- Wichtige juristische und administrative Funktionen
- Integration in die städtische Gemeinschaft
- Unterstützung der Orden durch König und Bischof [Brüder]
- Donationen wechseln von Geld zu Land [Agrarkrise]
- Sichere wirtschaftliche Basis für die Konvente
G. Literatur (123)
H. Abstract /
Zusammenfassung (124)
Klöster im Süden der Ostsee
(125-253)
Rębkowski, Marian <R0150>:
Kołbacz [Kolbatz] and Białoboki [Belbuck] –
Archäologie von zwei Klöstern in Pommern aus dem 12. Jh.
(125-139).
Kołbacz [Kolbatz]
and Białoboki [Belbuck] –
Archaeology of two 12th century monasteries in Pomerania.
Zusammenfassung
Der Artikel behandelt die archäologischen
Forschungen bezüglich des Ursprungs klösterlichen Lebens im östlichen Teil des
mittelalterlichen Herzogtums Pommern.
Im ersten Teil des Textes gibt der
Verfasser eine allgemeine Darstellung aller mittelalterlichen Klöster der Region
[außer denen der Ritterorden] sowie einen kurzen Überblick über die
archäologischen Forschungen in den klösterlichen Einrichtungen, die östlich der
Oder durchgeführt wurden.
Des Weiteren wird der Beitrag der
Archäologie zur Erforschung der beiden ältesten Klöster der Region dargestellt,
die in den 1170er Jahren gegründet wurden: das Zisterzienserkloster Kolbatz und
das Prämonstratenserstift Belbuck. Die Möglichkeiten archäologischer Datierungen
sind immer noch sehr begrenzt. Es ist beispielsweise sehr schwierig, die
anfängliche Topographie der Klöster zu rekonstruieren. Allerdings zeigt die
Analyse der Siedlungskontexte beider Klostergründungen die grundsätzlichen
Unterschiede auf, die zwischen den Zisterziensern und Prämonstratensern in
dieser Beziehung in Pommern bestanden.
Abstract
The paper aims to analyse an
archaeological data concerning the origin of monastic life in the eastern part
of the medieval Duchy of Pomerania.
In the first part of the text, however,
the author gives also a general view of all medieval cloisters of the region
[apart from those of the knightly orders] as well as short review of the
archaeological research on the monastic institutions located to the east of the
River Oder.
Furthermore, there is presented the
contribution of archaeology to the research on beginnings of two oldest
monasteries of the region, founded in the 1170s, namely Cistercian Kolbatz and
Premonstratensian Belbuck. The scope of archaeological data is still very
limited, and for example the recognition of the primary topography of the
monasteries is quite difficult. However, the analysis of settlement contexts of
both foundations reveals the basic differences that existed between Cistercians
and Premonstratensians in this regard in Pomerania.
A. Die mittelalterlichen Klöster in Pommern
(125-127)
- Allgemeines zu den mittelalterlichen Klöstern in Pommern
- Chronologie der Klostergründungen
- 1. Periode: 2. Hälfte 12. Jh. erste Klöster Kolbatz,
Belbuck und Stettin
- 2. Periode: 13. Jh. Größte Anzahl von
Klostergründungen [Kolberg 1222-1225 und 26 weitere]
- 3. Periode: 14. Jh. sechs, 15. Jh. drei Gründungen
- Karte 1: Mittelalterliche Klöster in Pommern
- Kołobrzeg / Kolberg
- Sczecin / Stettin
- Białoboki / Belbuck
- Wyszków-Trzebiatów / Wischow-Treptow
- Słupsk / Stolp
- Kołbacz / Kolbatz
- Bierzwnik / Marienwalde
- Bukowo Morskie / Buchow
- Mironice / Himmelstadt
- Marianowo / Schönbeck
- Koszalin / Köslin
- Wolin / Wollin
- Cedynia / Zehden
- Pełczyce / Bernstein
- Recz / Reetz
- Kamień / Kammin
- Myślibórz / Soldin
- Ińsko / Nörenberg
- Pyrzyce / Pyritz
- Gryfice / Greifenberg
- Drawsko / Dramburg
- Stargard
- Lipiany / Lippehne
- Chojna / Königsberg
- Strzelce Kr. / Friedeberg
- Gorzów Wlkp. / Landsberg
- Świątki / Marienthron
- Gottegnade
- Marienkrone
- Gottesfriede
- Garnda / Garde
- Überblick über die archäologischen Forschungen in
klösterlichen Einrichtungen
B. Das Zisterzienserkloster Kolbatz
(127-131)
- Gründung 1173
- Auflösung 1525
- Schriftliche Quellen
- Archäologische Untersuchungen ab 1960
- Karte 2: Siedlungsstruktur im 11. / 12. Jh. in der Region
von Kolbatz
C. Das Prämonstratenserstift Belbuck
(131-136)
- Gründung um 1170
- Polnisch-deutsche Untersuchungen ab 2003
D. Quellen (137)
E. Literatur (137-138)
F. Abstract /
Zusammenfassung (139)
Szczesiak , Rainer <S0252>:
Die mittelalterlichen geistlichen Ordensgemeinschaften in Mecklenburg-Vorpommern
-
Dargestellt am Beispiel der Institutionen der Herrschaft
Stargard [Südostmecklenburg] (141-180).
The medieval clerical orders in Mecklenburg-Western
Pomerania -
Illustrated with the example of the dominion of Stargard [southeast
Mecklenburg].
Zusammenfassung
Die slawischen Territorien im südlichen
Ostseeraum zwischen unterer Elbe und Oder wurden im Zuge der deutschen
Ostsiedlung vom 12. bis zum 13. Jh. dauerhaft in den Herrschaftsverband des
römisch-deutschen Reiches integriert. Damit einher ging die Übernahme der
westeuropäischen Kultur und Lebensweisen. Ein grundlegender Aspekt dieses
gesamtgesellschaftlichen Entwicklungsprozesses war die Einführung der
römisch-katholischen Kirche. Mit der Herstellung der Diözesenverwaltung im
Kolonisationsgebiet wurde die Grundlage für die Christianisierung und den Aufbau
eines flächendeckenden Kirchspiels gelegt. Die Initiatoren des Missionswerkes
waren die Bistümer und mit ihnen im Verbund die geistlichen Orden, sie trugen
zur Glaubensfestigung bei und gaben bedeutende Impulse für Architektur, Bildung,
Medizin und Landwirtschaft. Der Siegeszug des Christentums förderte die zügige
Aufnahme der Slawen in den westeuropäisch geprägten Kulturkreis im
entscheidenden Maße. Dieser Verschmelzungsprozess scheiterte bis dahin am
politisch-religiösen Widerstand der slawischen Stammesverbände der Obodriten,
Ranen, Lutizen und Pomoranen.
Abstract
The Slavonic territories in the South
Baltic Sea region between lower River Elbe and River Oder were permanently
integrated into the lordly federation of the German Reich from the 12th to the
13th century in the course of the German eastward expansion. This was
accompanied by taking over of the West European culture and lifestyle. The
implementation of the Roman Catholic Church was a basic issue of this social
development process. The foundation for Christianization and the constitution of
a comprehensive parish was laid by the preparation of the administration of the
dioceses in the colonization area. The bishoprics and, in combination with them,
the clerical orders were the initiators of the mission. They contributed to the
consolidation of belief and they give significant impetus to architecture,
education, medicine and agriculture. The triumph of Christendom definitely
helped with the quick reception of the Slavs into the West European cultural
sphere. Until then this amalgamation process had been blocked by the
political-religious opposition of the Slavonic tribal confederations of the
Obodrites, Rani, Liutizians, and Pomeranians.
A. Einleitung (141-146)
- Unterwerfung der slawischen Stämme östlich der Elbe
- Dauerhafte Christianisierung der Slawen im 12. und 13.
Jh.
- Entstehung von Klöstern, Stiften,
Ritterordensniederlassungen
- Neuordnung bzw. Schaffung der kirchlichen Verwaltung
- Neubauten für die Konvente [Aufschwung der
Backsteinarchitektur]
- Außerhalb der Städte liegende Konvente errichten
Filialen in den Städten
- Karte 1: Die mittelalterlichen Herrschaften, Hauptorte
und Frauenkonvente im südlichen Ostseeraum um 1300 / 1350
- Tabelle 1: Aufstellung aller bisher bekannten
geistlichen Ordensniederlassungen in Mecklenburg und Vorpommern
- Karte 2: Die Verteilung der geistlichen Stiftungen in
der Herrschaft Stargard
- Karte 3: Die Verteilung der mittelalterlichen Klöster,
Stifte und Kommenden in Mecklenburg-Vorpommern
B. Die geistlichen Ordenskonvente in der Herrschaft
Stargard (146-147)
- Landesteil mit hoher Dichte geistlicher Ordenshäuser
- Weltlicher und geistlicher Landesausbau durch die
askanischen Herrscher
- Karte 4: Die Verteilung der geistlichen Stiftungen in
der Herrschaft Stargard
C. Das Prämonstratenserstift Broda
(147-150)
- Geschichtlicher Hintergrund (147-149)
- Schenkung des Ortes Brod an die Prämonstratenser von
Havelberg
- Missionsstützpunkt wird Zentrum der Kirchenverwaltung
- Förderung durch die Markgrafen von Brandenburg
- Leitung durch einen Probst
- Säkularisierung durch die Reformation
- Lage und Baubestand (149-151)
- Rekonstruktion unter Vorbehalt nach Inventarlisten und
Bauwerksresten
- Überbauung der Reste Ende 18. Jh.
D. Zisterzienserinnenkloster Wanzka
(152-155)
- Geschichtlicher Hintergrund (152-153)
- 1290 Weihung des bestehenden Klosters
- Vielleicht das Nonnenkloster von Broda [N. Backmund]
- Konvent mit Schule und Internat
- Memorialstätte für die Stargarder Herrschaft
- Konvent wird 1551 evangelisch
- Lage und Baubestand (153-156)
- Klosterbschreibung von 1568
- Kirche, Tor und Turmrest erhalten
- Ursprünglich Konventsgebäude und Fürstenhaus
- Neugotische Gestaltung der Westfassade der Kirche 1885
E. Die Johanniterordenskommenden Mirow, Gardow und Nemerow
(157-163)
- Geschichtlicher Hintergrund (157-158)
- Verbreitung der Johanniter zwischen Elbe und Oder
- Drei südmecklenburgische Johanniterkommenden [Mirow,
Gardow, Nemerow]
- Aufgaben der Johanniter
- Slawenmission
- Armenpflege und Krankenpflege
- Entwicklung der Landwirtschaft und des Finanzwesens
- Aufhebung der Kommenden im Verlauf der Reformation
- Kommende Mirow (158-159)
- Geschichtlicher Hintergrund
- Widersprüchliche Quellenlage
- Stiftungsurkunde von 1242
- Ab 1587 Ausbau als mecklenburgische Residenz
- Lage und Baubestand
- Kirche und Brauerei erhalten
- Grablege der Konventsherren und Fürstengruft der
Herzöge von Mecklenburg-Strelitz
- Kommende Gardow (160-161)
- Geschichtlicher Hintergrund
- Gründung nach Schenkung einiger Dörfer
- Nach dem Tod des ersten Komturs Vereinigung mit
Nemerow
- Lage und Baubestand
- Kommende Nemerow (161-163)
- Geschichtlicher Hintergrund
- Gründung nach Kauf der Dörfer Groß und Klein Nemerow
- Im Verlauf der Reformation aufgehoben
- Nach dem 30-jährigen Krieg Besitz des Hauses
Mecklenburg
- Lage und Baubestand
- Ruine einer Feldsteinscheune erhalten
F. Das Neubrandenburger Franziskanerkloster
(163-172)
- Geschichtlicher Hintergrund (163-169)
- Verbreitung der Bettelorden im 13. Jh. [Predigt,
Seelsorge, Krankenpflege]
- Förderung durch die Landesherren
- Gründung des Klosters in Verbindung mit der
Stadtgründung
- Mitte 16. Jh. Verfall infolge der Säkularisation
- Mitte 20. Jh. Sanierung und Umbau der noch erhaltenen
Gebäude
- Lage und Baubestand (169)
- Südlich der Stadtresidenz des Markgrafen
- Anlage eines Friedhofes
G. Der markgräfliche Stadthof Neubrandenburg
[Nordflügel, Refektorium] (169-172)
- Backsteinkomplex mit nicht ermittelter Ausdehnung
- Feldsteinfundamentierung [Keramik 13. Jh.]
- Vorläufige Deutung als fürstlicher Sonderbau
- Später südlicher Teil als Nordteil des Klosters
Refektorium
- Fazit zu Kloster und Stadthof
- Herrschaftlich-religiöser Kontext der Gesamtanlage
H. Das Neubrandenburger Franziskanerkloster
(172-177)
- Einleitung (172)
- Älteste Teile Kirche und Ostflügel
[Feldsteinarchitektur]
- Klosteranlage mit großem Hof
- Die Klosterkirche Sankt Johannis (172)
- Vom Ursprungsbau Nordmauer mit 5 Fensterdurchbrüchen
erhalten
- Ab 1300 Umbau
- Einschiffige Kirche wird zweischiffige gewölbte
Stufenhalle
- Der Ostflügel [Dormitorium]
(172-171)
- Der Mittelflügel [ehemaliger
Nordflügel] (174)
- Der Westflügel [„Der Regel“ oder
Regelgebäude] (174-177)
- Wenige Informationen wegen schlechtem Erhaltungszustand
I. Zusammenfassung (177-178)
- Bis zum 16. Jh. 67 Konvente in Mecklenburg-Vorpommern
- Vorteile für Orte mit Kirchenbetrieb
- Bis Mitte 14. Jh. Formung der Bistümer abgeschlossen
- Unterstützung der Kirche durch Landesherren und Bürger
- Große Verluste an Bausubstanz nach der Reformation
J. Quellen und Literatur
(179-180)
K. Zusammenfassung /
Abstract (180)
Scholl , Christian <S0445>:
Ruinen-Versetzungen:
Das Eldena-Motiv und die Rezeption der Backsteingotik bei
Caspar David Friedrich (181-197).
Ruin-dislocations:
The Eldena-motif and the reception of the brick Gothic
style in the work of Caspar David Friedrich.
Zusammenfassung
Zu den Bildmotiven des romantischen
Künstlers Caspar David Friedrich gehören auch Bauten der Backsteingotik. Eine
besonders prominente Rolle spielt dabei die Ruine des Zisterzienserklosters
Eldena bei Greifswald. Der Künstler hat sie immer wieder in verschiedenen
Ansichten und mit verschiedenen Bildtechniken gezeichnet und gemalt.
Mit dem Begriff der „fiktiven Archäologie“
wird die freie Auseinandersetzung des Künstlers mit der in Eldena überlieferten
Bausubstanz thematisiert und mit seinem Verständnis von Ruinen in Beziehung
gesetzt. Anhand von Friedrichs schriftlich überlieferten Selbstzeugnissen werden
verschiedene Modelle von Zeitenwandel erschlossen, die in den
Ruinen-Darstellungen des Künstlers zum Tragen kommen. So lässt sich zeigen, dass
Friedrich die Ruine Eldena keineswegs nur negativ als Sinnbild einer
katholischen Vergangenheit gesehen hat, deren Untergang die Voraussetzung für
die eigene Gegenwart darstellte.
Die Differenzierung von Friedrichs
Ruinen-Deutungen mündet in eine Neuinterpretation des Gemäldes „Abtei im
Eichenwald“ ein, das als Pendant zum Gemälde „Der Mönch am Meer“ Berühmtheit
erlangt hat.
Abstract
Buildings of the brick Gothic count among
the subjects of the paintings of the Romantic painter Caspar David Friedrich.
Thereby the ruins of the Cistercian cloister at Eldena near Greifswald play an
especially prominent role. The artist drew and painted it again and again from
different angles and with different techniques. The free contention of the
artist with the survived structure of Eldena is expressed by the term
“fictitious archaeology” and it is related to a comprehension of ruins. Based on
Friedrich’s surviving personal testimony in written form, different models of
the change of times can be inferred which becomes important for the portrayals
of the ruins. Thus it can be shown that Friedrich did not at all see the ruins
at Eldena only negatively as a symbol of a Catholic past whose nemesis
allegorized a premise for the present. The differentiation of Friedrich’s
interpretations of the ruins leads to a new interpretation of his painting
“Abtei im Eichenwald” which becomes famous as a counterpart of the painting “Der
Mönch am Meer”.
A. Motive (181)
- Beachtlich oft Darstellung von Bauten der Backsteingotik
- Besonderes Bildmotiv Kloster Eldena
- Verbindung aus Naturbeobachtung und freier Komposition
B. Der Mal- und Zeichenstil von Kaspar David Friedrich
(181-185)
- Verschiedene Darstellungstechniken
- Parallelschraffuren
- ‘Fiktive Archäologie’: nicht naturgetreu gezeichnet
- Vergleich mit anderen Künstlern
- Friedrich Gilly
- Karl Friedrich Schinkel
- Bildanalyse von C. D. Friedrich
- Ruinen als Voraussetzung für die Gegenwart
[Protestantismus]
- Ruine in der Gegenwart schützende Funktion
- Hütte in der Ruine zeigt Wertung von Vergangenheit und
Gegenwart
C. Die Eldena-Darstellungen
(185-194)
- Ruine Eldena auf Gemälden, Aquarellen, Sepien,
Zeichnungen
- Motiv: vermauertes oder freigelegtes Fenster und Hütte
- Darstellung zu verschiedenen Jahreszeiten und
Ansichten
- Veränderungen zugunsten des Gesamteindrucks
- Verbindung Ruine und Schiffbruch
- Ruine Eldena als Allegorie für nicht Darstellbares
- Neuinterpretation der ‘Abtei im Eichwald’ als Pendant
zum ‘Mönch am Meer’
D. Anhang: Die Eldena-Darstellungen bei Caspar David
Friedrich – Überblick nach Werkgruppen (194-195)
E. Quellen (195)
F. Literatur (195-196)
G. Zusammenfassung /
Abstract (197)
Untermann , Matthias <U0017>:
Öffentlichkeit und Klausur:
Beobachtungen zur franziskanischen Klosterbaukunst in der
Provinz Saxonia (199-208).
Public and enclosed spaces:
Observations on Franciscan monastery construction in the
province of Saxonia.
Zusammenfassung
Die Klausurbauten der Bettelorden fanden
bislang wenig Beachtung in der architekturhistorischen und
kirchengeschichtlichen Forschung. Deshalb wurde erst durch neue Forschung
deutlich, dass die Franziskanerklöster der Provinz Saxonia in der Regel Klöster
mit zwei Kreuzgängen erbauen ließen. Der kirchennahe, große Kreuzgang entsprach
den Erwartungen der Öffentlichkeit und war der städtischen Bürgerschaft für
Versammlungen und Begräbnisse zugänglich. Ein zweiter Kreuzgang gehörte zur
Klausur der Brüder; er erhielt meist ganz unregelmäßige Formen, da die
Franziskaner es nicht mit ihrer frühen Tradition vereinbaren konnten,
traditionelle Klosteranlagen zu bewohnen. Die große Bedeutung der Kreuzgänge
wird auch darin deutlich, dass sie häufig vom Kirchenschiff überbaut sind.
Abstract
Thus far, the enclosure buildings were
attached little importance to by the research on architecture history and church
history. Recently, new results of research have shown that the Franciscan
monasteries of the province Saxonia usually had their monasteries built with two
cloisters. The grand one near to the church comes up to expectations of the
public, and it was available for the citizenship for conferences and funerals.
Another cloister belonged to the enclosure of the brethren. It usually comprised
irregular forms, because the Franciscans could not reconcile their former
tradition with living in traditional monastery complexes. The major importance
of the cloister is expressed by a frequent being overbuilding with the nave.
A. Bautyp der Franziskaner in der Provinz Saxonia
(199)
- Klöster mit zwei Kreuzgängen häufigster Bautyp im 13.
und 14. Jh.
- Größerer Kreuzgang für die Öffentlichkeit, viereckig
- Kleinerer Kreuzgang dem Konvent vorbehalten, oft
unregelmäßig
B. Bedeutung der Klöster für Franziskaner
(199-201)
- Klosteranlagen für Franziskaner nicht unbedeutend
- Bei Kirchenvergrößerung bleibt der Kreuzgang erhalten
- Beispiele
- Erfurt
- Wismar
- Thorn /
Torun
- Angermünde
- Rostock
- Stralsund
- Lübeck
- Zerbst
C. Klosteranlagen der Franziskaner mit zwei Bereichen
(201-206)
- Planung der Anlagen
- Öffentlicher Bereich von der Bürgerschaft genutzt
[Kreuzgang, Sakristei, Versammlungsraum]
 |
Grablege |
 |
Versammlungen |
 |
Ort von Rechtsakten |
- Klausurbereich für die Brüder [Kloster, Kreuzgang,
Zellen, Küche, Refektorium]
- Nachweisbare Anlagen
- Neubrandenburg
- Angermünde
- Greifswald
- Wismar
- Mögliche Anlagen
- Vier partiell erhaltene Anlagen
- Rostock [heute Musikhochschule]
- Stralsund [heute Stadtarchiv]
- Lübeck
- Zerbst [Schule seit der Reformation]
- Erschlossene Anlagen nach historischen Plänen und
Beschreibungen
- Hamburg, Berlin, Brandenburg, Meißen, Braunschweig,
Görlitz, Coburg, Zittau, Lüneburg
D. Fazit (206)
- Großer Kreuzgang für öffentliche Nutzung
- Kleiner Kreuzgang funktional für Verbindung der
Klosterräume
- Auch andere Bettelorden in Deutschland und Italien haben
zwei Kreuzgänge
- Weitere Forschungen notwendig
E. Quellen (207)
F. Literatur (207)
G. Zusammenfassung (208)
Herrmann , Christofer <H0035>:
Kloster und Burg – Die Architektur des Deutschen Ordens in
Preußen und Livland (209-219).
Abbey and castle – The architecture of the Teutonic Order
in Prussia and Livonia.
Zusammenfassung
Der Deutsche Orden entwickelte in Preußen
und Livland zwischen dem ausgehenden 13. und dem beginnenden 15. Jh. den
Idealtypus einer Konventsburg, die das „Zwitterwesen“ des Ritterordens zwischen
Mönchtum und Rittertum widerspiegelte. Nach innen erfolgte die Betonung des
Ordenscharakters mit der klosterähnlichen Gestaltung und der kanonischen
Raumabfolge für die vita communis. Nach außen erschienen die Burgen als
perfekte Monumente der Landesherrschaft. Als kompakte Steinkolosse und
Inszenierung von Herrschaftsarchitektur standen die Burgen von weitem gut
sichtbar in der Landschaft. Glaube und Macht gingen hier eine wirkungsvolle
architektonische Synthese ein.
Betrachtet man die innere Struktur der
Konventsburgen, so ergeben sich zahlreiche Parallelen zu einem Kloster,
allerdings auch eine Reihe von Eigenheiten und Unterschieden. Der klosterartige
Innencharakter der Burgen spiegelt die Ordensverfassung der Deutschordensherren
wider. Die architektonische Gestalt ist jedoch keine unmittelbare Folge der
Ordensregel, denn die Konventshäuser außerhalb von Preußen und Livland bildeten
andere architektonische Lösungen aus, obwohl die dortigen Konvente nach
derselben Regel lebten wie die preußischen und livländischen Brüder. Die
klosterartige Innenansicht der Konventsburgen muss daher als bewusste
Inszenierung gedeutet werden. Eine Analyse des äußeren Erscheinungsbildes der
Konventsburgen kommt zu dem Schluss, dass von einer Ähnlichkeit zur Bauweise von
Klöstern keine Rede sein kann.
Abstract
The Teutonic Order developed in Prussia an
Livonia between the outgoing 13th and the incipient 15th century the ideal type
of a convent castle which reflected the ambiguous position of the Order of
knights between monasticism and knighthood. Interiorly the character of the
Order was emphasized by a cloister-like design and with a canonical arrangement
of the rooms for the vita communis. Exteriorly the castles appeared as
perfect monuments of the territorial lordship. As compact colossi of stone and
as a production of lordly architecture the castles stood out from the landscape.
Here belief and power stroke up an effective architectural synthesis.
Considering the inner structure of the
convent castles, there arise numerous similarities to a cloister but also many
peculiarities and differences. The interior character of these cloister-like
castles reflects the Order constitution of the Teutonic Order Lords. But the
architectural design is no consequence of the observance, because the convent
houses outside of Prussia and Livonia developed other architectural options,
although the convents there live according to the same canon as the Prussian and
Livonian brethren. Thus the interior view of the cloister-like castles has to be
seen as an intended production. An analysis of the outward appearance concludes
that there can be no question of similarities to the architecture of cloisters.
A. Einleitung (209)
- Begriff „Klosterburg“ für Konventssitze des Deutschen
Ordens
B. Die Regel des Deutschen Ordens
(209)
- Ritterorden mit schriftlich verfaßter Regel
- Verpflichtung zu Keuschheit, Besitzlosigkeit,
Gehorsam, vita communis
- Fürsorge für das Spitalwesen
- Idealbesetzung eines Konvents: 12 Ordensritter, 6
Ordenspriester
- Keine Vorschriften für die notwendigen Gebäude
C. Kloster und Burg
(209-211)
- Konventsburgen
- Bischöflich Papau
- Rehden
- Ragnit
- Marienburg /
Hochschloß
- Heilsberg
- Arensburg
- Marienwerder
- Löbau
- Merkmale einer Konventsburg
- Nach außen Geschlossener Baublock
- Großer Hof im Inneren mit doppelgeschoßigem Kreuzgang
- 4 Flügel der Burghäuser
- Ähnliche Raumanordnungen der Konventsburgen
D. Regionale Verbreitung
(211-212)
- Regel des Deutschen Ordens überall gleich
- Klosterburgen nur im preußischen und livländischen Raum
- Grund: nur in Preußen und Livland Ausbildung einer
zusammenhängenden Landesherrschaft
E. Zeitliche Verbreitung
(212)
- Vor 1270 / 1280 unregelmäßige Grundrisse [Balga, Thorn,
Engelsburg]
- Beginn dieses Bautypus am Ende des 13. Jhs.
- Bau von Konventsburgen bis Anfang 15. Jh.
F. Funktion (212)
- In Preußen und Livland mehrere Burgengruppen
- Klosterburgen für Konvente
- Amtburgen für unterschiedliche Aufgaben
- Lagerkastelle und Wegekastelle ohne Konvent
G. Typologie (212-216)
- Vergleich Konventsburg mit Zisterzienserkloster
- Zahlreiche Parallelen, aber auch Unterschiede
 |
Burgen haben immer zweigeschossigen Kreuzgang,
Hauptebene im Obergeschoß |
 |
Kirche muß sich in der Klosterburg in einen Burgflügel
einfügen |
 |
Ordenskonvente haben keine strenge Klausur |
H. Entstehungszeitpunkt des Klosterburgtyps
(216)
- Bautyp entsteht nach der Niederschlagung des 2.
Preußenaufstand und der damit erfolgten Sicherung der Landesherrschaft
- Inszenierte Herrschaftspräsentation
- Entwicklung des Bautypus in Preußen und Export nach
Livland [Raga, Fellin]
I. Doppelte Idealisierung
(216)
- Strenger Bautypus entspricht den strengen Regeln des
Ordens
- Sinnbild einer perfekten Burg als Selbstdarstellung des
Ordens
- Wahrzeichen einer geordneten strengen Herrschaft
J. Die Übertragung des Bautyps auf die Bischofs- und
Kapitelburgen (216-218)
- Übernahme des Bautypus für Bistumsburgen -
Bistumsburg / Bischofsburg
- Heilsberg, Arensburg, Marienwerder
- Nutzung anders, da kein Konvent
K. Zusammenfassung (218)
L. Quellen (219)
M. Literatur (219)
N. Zusammenfassung /
Abstract (219)
Rösener , Werner <R0179>:
Gründungsfaktoren und agrarische Wirtschaftsstrukturen der
Zisterzienser in Mecklenburg-Vorpommern (221-233).
Factors in the foundation of Cistercian houses and their
agrarian economic structures in Mecklenburg-Western Pomerania.
Zusammenfassung
Im Mittelpunkt dieses Beitrages stehen die
politischen, religiösen und wirtschaftlichen Gründungsfaktoren und die
agrarischen Wirtschaftsstrukturen der Zisterzienserklöster, die im 12. und 13.
Jh. in Mecklenburg-Vorpommern entstanden. Dafür werden besonders die Klöster
Doberan, Neuenkamp und Hiddensee untersucht. Dabei geht es darum, wie die Normen
des Ordens in der Realität umgesetzt wurden und in welcher Form sich die
Zisterzienser am Landesausbau beteiligten. Besondere Aufmerksamkeit gilt der
Frage, in welchem Ausmaß zisterziensische Eigenwirtschaft in Grangien bei den
Klöstern in Mecklenburg-Vorpommern Anwendung fand.
Abstract
The main topics of this article are the
political, religious and economic factors at the time of foundation of
Cistercian monasteries in the 12th and 13th centuries in Mecklenburg-Vorpommern.
These problems are studied with examples from Doberan, Neuenkamp and Hiddensee.
One of the main questions is, how the norms of the order were translated into
real live. Further points of interest are the part of the Cistercians in the
medieval colonisation process and the role of monastic manors.
A. Geschichtlicher Hintergrund
(221)
- Missionierung in Mecklenburg-Vorpommern erst im 12. Jh.
- Deutsche Fürsten erobern ostelbisches Gebiet und fördern
Ansiedlung der Zisterzienser
B. Das Spannungsfeld von Norm und Realität bei der
Gründung von Zisterzienserklöstern (222-223)
- Die Vorschriften des Zisterzienserordens lassen sich
nicht immer einhalten
- Abhängigkeit von Landschenkungen
- Übernahme zinsbelasteter Ländereien
C. Ausgangsbedingungen der Zisterzienserklöster im
südlichen Ostseeraum (223-224)
- Unterstützung bei der Ausbreitung der Zisterzienser im
südlichen Ostseeraum
- Berno, Bischof von Schwerin veranlaßt 1171 die
Gründung von Doberan
- Waldemar I., dänischer König unterwirft Rügen, in der
Folge Gründung von Dargun, Kolbatz und Bergen
- Gründung von Neuenkamp und Tochterkonvent Hiddensee im
13. Jh.
D. Die Gründungsausstattung der Klöster Doberan, Neuenkamp
und Hiddensee (224-226)
- Doberan erhielt Landbesitz mit etwa zehn Dörfern
- Neuenkamp erhielt den Gründungsort, Villa Richtenberg
mit Kirchenpatronat und Salzquelle, Wald und Seen
- Hiddensee erhielt die gesamte Insel Hiddensee, Dorf
Zarrenzin,
- Kauf der Insel Zingst, Fischrechte – Fischfang
E. Grangien und agrarische Wirtschaftsstrukturen
(226-229)
- Gering entwickelter Aufbau von Grangien im ostelbischen
Gebiet
- Kontroverse Diskussion über den Anteil der Zisterzienser
am Landesausbau
- Bewirtschaftung mit slawischen Lohnarbeitern [homines],
Neusiedlern [Teutonici]
- Getreideabgaben und Geldabgaben der Klosterbauern
- Getreide
- Neusiedler von grundherrlichen Abgaben befreit
F. Schluß (229-230)
- Organisation der Klöster mit zinspflichtigen Bauern
- Ausdehnung der Privilegien auf alle Abhängigen und
Klosteruntertanen
- Hauptanliegen in diesem Gebiet ist die Errichtung einer
effizienten Klosterwirtschaft
- Keine Kultivierung über das Klostergebiet hinaus
G. Quellen (231)
H. Literatur (231-232)
I. Zusammenfassung /
Abstract (233)
Schich, Winfried <S0385>:
Der Beitrag der Zisterzienser zur Entwicklung der
Kulturlandschaft und der Wirtschaft südlich der Ostsee (235-253).
The contribution of the Cistercians in the development of
the cultural landscape and the economy south of the Baltic.
Zusammenfassung
Doberan, das 1171 gegründete älteste
Zisterzienserkloster des Raumes, baute mit Grangien und vor allem mit
Bauerndörfern eine Klosterwirtschaft auf, in deren Mittelpunkt der Getreideanbau
stand, und stellte früh [1189] die Verbindung zum Markt, wohl in Rostock, her,
auch für Produkte der Klosterhandwerker. Eine vergleichbare Entwicklung ist für
die Klöster Dargun, Neuenkamp, Eldena und Kolbatz zu erschließen. Mit dem
raschen Aufbau und Ausbau der Seestädte von Lübeck bis Stettin während des 13. Jhs.
trat deren Versorgung mit dem Grundnahrungsmittel Getreide und anderen
landwirtschaftlichen Produkten eindeutig in den Vordergrund. Dafür richteten die
Zisterzienser eigene Höfe, vor allem für den Warenstapel, in den Städten ein.
Zusätzlich beteiligten sie sich am Bau von Wassermühlen. Ein bleibendes Zeugnis
für die enge Verbindung von Kloster und Stadt im späten Mittelalter ist bis
heute der „Kampische Hof“ in Stralsund.
Abstract
Doberan, the oldest Cistercian cloister in
the region, founded in 1171, built up a cloistral economic system with Grangien
and especially farming villages, where cereal cropping was in the thick of
things. Early [1189] it established a connection with a marketplace, probably
Rostock, for products of the cloistral craftsmen, too. A comparable development
can be inferred for the cloisters at Dargun, Neuenkamp, Eldena and Kołbacz. With
the rapid build-up and expansion of the maritime cities from Lübeck to Szczecin
during the 13th century whose supply with cereals as a basic food and other
agricultural products moved clearly to the fore. For this purpose the
Cistercians established their own yards in the towns, especially for stockpiling.
Accessorily they involved in building water mills. A lasting evidence of the
close relation between cloister and town in late medieval times is still today
the “Kampische Hof” in Stralsund.
A. Rechtliche Grundlagen
(235-237)
- Urkunde [MUB 1, Nr. 148] von 1189
- Fürst Nikolaus von Rostock sichert dem Kloster Doberan
zollfreien Kauf und Verkauf auf dem Markt zu
- Erlaubnis für Niederlassungen der Zisterzienser in den
Städten
- Fürstliche Regalien oder Monopole werden den Städten
überlassen
- Markt
- Zoll
- Rechtsinstitution podaca – Schuldrecht
B. Landesausbau durch die Zisterzienser
(237-240)
- Wirtschaftliche Voraussetzungen am Beispiel Kloster
Doberan
- Karte 1: Kloster Doberan, Waldverteilung und
Besiedlung zur Zeit der Klostergründung
- Karte 2: Wald und Slawisches Siedlungsgebiet in
Nordmecklenburg
- Überlassung von Privilegien
- Zisterzienser bekommen besiedeltes Gebiet geschenkt
- Dörfer mit slawischen Bewohnern zum Kloster gehörig
- Neuansiedlungen
- Beitrag der Zisterzienser zum Landesausbau allgemein
- Effektive Nutzung der Ländereien
 |
Grundherrschaftliche Wirtschaftweise |
 |
Eigenwirtschafthöfe, sog. Grangien |
 |
Wichtigstes Agrarprodukt: Getreide |
- Nutzung der Wälder
- Verkauf der Überschüsse auf den Markt
- Doberan
- Rostock
- Stettin
- Kolbatz
- Danzig
- Oliva
- Riga
- Dünamünde
- Brandenburg
- Lehnin
- Jüterborg
- Zinna
- Nutzung bzw. Ausbau der Verkehrsverbindungen
- Wasserstraßenregulierung
C. Gewinne aus Sonderkulturen
(240-245)
- Beteiligung am Fischfang
- Salzgewinnung
- Karte 3: Zisterzienserklöster und Salinen südlich der
Ostsee im 12. / 13. Jh.
- Klostergründungen neben Salinen
 |
Eldena |
 |
Neuenkamp |
 |
Lad |
 |
Mogila |
- Produktion von Schuhen
- Glasherstellung
- Urkunde mit Nennung einer Glashütte in Doberan 1268
und 1273 [heute: Hütten]
- Glasarbeiter vielleicht aus dem Weserbergland
- Keramik
- Vermutlich war Parkentin das Töpferdorf des Klosters
Doberan
D. Verbindung zwischen Kloster und Stadt
(245-249)
- Einrichtung von Klosterhöfen in den Städten, sog.
Stadthof
- Lagerung der Erzeugnisse aus dem Kloster
- Warenaustausch zwischen Kloster und Stadt, auch
Fernhandel
- Aufenthalte von Konventsmitgliedern, deshalb auch
Abtshof genannt
- Wasserwirtschaft
- Regulierung und Umleitung von Wasserläufen
- Nutzung der Wasserkraft zur Energiegewinnung
- Errichtung, Erwerb und Verpachtung von Mühlen
E. Quellen (250)
F. Literatur (250-252)
G Zusammenfassung /
Abstract (253)
Glaube und Mentalität im klösterlichen Raum
(255-304)
Buske, Norbert <B0364>:
Stellvertretend fromm – Klöster im Netzwerk
mittelalterlicher Frömmigkeit (255-272).
Pious by proxy – Abbeys in the network of medieval piety.
Zusammenfassung
Viele weit verbreitete Vorstellungen zur
mittelalterlichen Frömmigkeit ergeben sich aus Missverständnissen. Sie erwachsen
aus der Selbstverständlichkeit, mit der heutige Frömmigkeit und Religiosität auf
das Mittelalter übertragen werden. Das heutige Verständnis von Frömmigkeit
entspricht jedoch der mittelalterlichen Auffassung nicht mehr. Zu
berücksichtigen sind inzwischen das Erbe von Renaissance und Aufklärung.
Individualität und Subjektivität prägen heute die Frömmigkeit. Die
mittelalterliche Frömmigkeit, die auf anderen Voraussetzungen beruht, erschließt
sich am ehesten aus dem Vorstellungsbereich der Stellvertretung. Stellvertretend
übernimmt Christus die Strafe, die sich aus der Schuld der Menschen ergibt.
Damit hat Gott selber das Prinzip der Stellvertretung legitimiert. Die sich in
der Messe vollziehende, 1215 zum Dogma erhobene Wandlung von Brot und Wein zum
Leib Christi entspricht diesem Prinzip vollgültiger Stellvertretung. Was in der
Messe einem Kernbereich der mittelalterlichen Frömmigkeit galt, wurde in der von
der Kirche geduldeten und geförderten Volksfrömmigkeit auch auf andere Bereiche
mittelalterlicher Frömmigkeit übertragen. Man begab sich stellvertretend für
einen anderen auf eine Pilgerreise. Man betete stellvertretend füreinander. Die
Bilder der Heiligen standen schließlich anstelle der Heiligen selbst. Man konnte
gute Werke anderer kaufen und zur Gewinnung des eigenen Seelenheils verwenden.
Renaissance, Humanismus und Reformation stellten diesen Auffassungen die
individuelle, nicht auf andere übertragbare Verantwortung gegenüber. Nun musste
jeder selber fromm sein, selber beten.
Abstract
Many wide-spread beliefs concerning
medieval religiousness arise from misunderstandings. They accrue from the
implicitness by which today’s devoutness and religiosity are transfered to the
Middle Ages. However, the understanding of religiosity today does not correlate
any more with the medieval concept. Meanwhile the heritage of the Renaissance
and the Enlightenment has to be considered. Today, religiosity is characterized
by individuality and subjectivity. The medieval devoutness, which is based on
other premises, can be inferred most likely from the field of imagination
considering the proxy. By proxy Christ takes the penalty which arises from the
guilt of men. Thus God has legitimated the concept of proxy. The metamorphosis
of bread and wine into the Body of Christ, which takes place during mass and
which was elevated to a dogma in 1215, correlates to this concept of fully valid
proxy. That what counts during mass as a core area of medieval religiosity was
transferred to other domains of medieval religiosity within the religiosity of
the people, endured and advanced by the Church. One embarked on a pilgrimage as
an agent. One prayed as an agent. The images of the saints stand of the saints
themselves. One could buy other people’s good deeds to use them for one’s own
salvation. The Renaissance, the Humanism and the Reformation confront these
concepts with individual responsibility, which is not transferable. Now
everybody has to be religious on his own, has to pray on his own.
A. Einleitung (255)
- Frömmigkeit im Mittelalter anders gelebt
- Frömmigkeit beruht auf Stellvertretung
- Heute prägen Individualität und Subjektivität die
Frömmigkeit
B. Das Prinzip der Stellvertretung
(255-258)
- Lehre der Transsubstantiation [Dogma seit 1215]
- Hostienwunder von Sternberg in Mecklenburg
C. Die Stellvertretung im Bereich des Wallfahrtswesens
(258-259)
- Pilgerreise für das Seelenheil oder als Sühneleistung
- Die Pilgerreise von einem Stellvertreter hat den
gleichen Wert
- Käufliche Frömmigkeit entspricht nicht mehr heutigem
Verständnis
D. Die Organisation der Stellvertretung beim Gebet
(259-262)
- Gebetsbruderschaften beten für sich und andere
- Gnadenerwerb in Wallfahrtsorten und Klöstern
- Das Gebet von einem Stellvertreter als Dienstleistung
- Genau festgelegte Gebetsstunden und Gebetsformen
- Änderungen nach der Reformation
- Landesherrliches Kirchenregiment
- Subjektive Glaubensleistungen erforderlich
E. Stellvertretend arm
(262-263)
- Verknüpfung weltlicher und geistlicher Aufgaben im
Mittelalter
- Hilfeleistung als Frömmigkeitsbedürfnis des Helfenden
- Armenspeisungen
- Almosen [Ausgrenzung fremder Bettler]
F. Der von den Heiligen angehäufte Schatz der guten Werke
(263-265)
- Kirche gewährt aus den angehäuften guten Werken den
Erlaß von Strafen im Fegefeuer
- Ablaß und Ablaßhandel
G. Die Heiligen und deren Reliquien
(265-267)
- Heiligenverehrung nach Heiligsprechung
- Verehrung der Reliquien
- Kultvernetzung durch Weitergabe von Reliquien
- Orte der Heiligen / Reliquienaufbewahrung
- Wallfahrtskirchen
- Besondere Pfarrkirchen
- Stiftskirchen und Klosterkirchen
- Nach der Reformation werden Reliquien zu Kuriositäten
H. Die Bilder der Heiligen
(267-270)
- Deutung der Bilder der Heiligen
- Im Mittelalter als leibhaftige Heilige empfunden
- Seit der Reformation gelten Bilder als Darstellung des
Heiligen
- Heute Bildwerke als Kunstschätze in evangelischen und
katholischen Kirchen
I. Quellen und Literatur
(271)
J. Zusammenfassung /
Abstract (272)
McGuire , Brian Patrick <M0357>:
Spiritualität und Mentalität in mittelalterlichen
dänischen Klöstern (273-282).
Spirituality and Mentality in Medieval Danish Monasteries.
Zusammenfassung
Dieser Artikel behandelt die Quellen
dänischer Klöster im 12. und 13. Jh. unter dem Aspekt des Seelenlebens der
Mönche und der Erfassung ihrer Rolle in der Gesellschaft. Die Quellen sind sehr
begrenzt, aber zum Beispiel liefert das Buch von Øm, welches noch im Original
existiert, eine hervorragende Vorstellung einer zisterziensischen Gemeinschaft
in Zentral-Jütland von der Gründungszeit in den 1160er Jahren bis zum Konflikt
des Klosters mit den Bischöfen von Århus in den 1250er und 1260er Jahren. Vor
den Gründungen durch die Zisterzienser bestanden Benediktinerklöster, die oft
nur über die kritischen Darstellungen ihrer zisterziensischen Nachfolger erfasst
werden können. Außerdem sind Briefentwürfe des Augustinerabtes William von
Æbelholt überliefert, der 1226 heilig gesprochen wurde. Die faszinierendste
Figur aber ist wohl Bischof Gunner von Viborg [† 1251], der zuvor als
Zisterzienserabt in Øm diente. Durch die Betrachtung der Quellen in ihrer
Gesamtheit ist es möglich, eine Einsicht in die Hoffnungen und Träume der Mönche
im mittelalterlichen Dänemark zu erhalten.
Abstract
The article considers the sources for
Danish monasteries in the 12th and
13th centuries in terms of the monk’
inner lives and conceptions of their roles in society. The sources are extremely
limited, but the Øm Book, for example, which still exists in the original,
provides a superb presentation of a Cistercian community in central Jutland from
the foundation years in the 1160s and until the monastery’s conflict with the
bishops of Århus in the 1250s and 1260s. Before the Cistercian foundations there
were Benedictictine monasteries, which often can be approaches only through the
criticisms of their Cistercian successors. There are also letterdrafts by the
Augustinian abbot William of Æbelholt, who was canonized in 1226. The most
fascinating figure of all is perhaps Bishop Gunner of Viborg [† 1251], who first
served as Cistercian abbot at Øm. By looking at the sources in their totality it
is possible to get a sense of the hopes and dreams of monks in medieval Denmark.
A. Einleitung (273)
- Begriff der Spiritualität und Mentalität im Mittelalter
anders als heute
B. Die Eingeschränktheit der dänischen Klosterquellen
(274)
- Hauptsächliche Quellen: Urkunden und Privilegien
- Weitere Quellen
- Das erhaltene Buch von Øm in der Royal Library in
Kopenhagen aus dem 13. Jh.
- Kopie [14. Jh.] der Biographie des Abtes Gunner von Øm
- Zahlreiche Briefe /
Briefentwürfe
- Augustinerabt William von Æbelholt
- Bischof Gunnar von Viborg
- Quellen von Zisterziensern [Benediktiner] und
Augustinern
C. Der Beitrag der Benediktiner
(274-276)
- Benediktinerklöster in Sorø, Esrum und Veng werden im
12. Jh. Zisterzienserklöster
- Keine Disziplin mehr und keine strenge Befolgung der
benediktinischen Regel
- Differenzen zwischen königlichen und bischöflichen
Gründungen
- Benediktiner sind nicht nur negativ zu sehen
- Erneuerung der Bruderschaft in Odense und Evesham
- Verbindungen der Klöster untereinander bzw. der
Klöster und Kathedralkleriker
- In der Zeit des Bürgerkrieges bilden Klöster ein
schützendes Band
D. Eine augustinische Antwort auf die zisterziensische
Herausforderung (276-278)
- Briefsammlung des Augustiners William von der Abtei in
Æbelholt
- Offen für monastische Reformen
- Ausdruck freundschaftlicher Beziehungen
- Gegenseitige Hilfeleistungen
- Nutzung der diplomatischen Beziehungen der
Zisterzienser
E. Die Interessen der Mönche von dem Kloster Øm
(278-279)
- 1207 Exordium Carae Insulae der Mönche von Øm
- Enthält die verschiedenen Standorte des Klosters, seit
1172 Øm
- Im 2. Teil eine Liste der Äbte [Thorkil, Gunner,
Johannes, Magnus, Michael u. a.]
- Øm im 13. Jh.: Äbte, die sowohl das spirituelle Leben
der Mönche förderten als auch weltliche Dinge regeln konnten
- Mitte 13. Jh.: Kontroverse mit dem Bischof von Århus
[Streit um die Rechte und Privilegien des Klosters]
F. Der Bischof Gunner von Viborg und eine Dimension der
Zisterzienser (279-280)
- Abt von Øm und später Bischof von Viborg
- Obwohl Zisterzienser betreut er auch Benediktiner
- Seine Biographie ist eine Dokument der zisterziensischen
Freundschaft
- Abt William beschreibt in den Briefen die guten
Eigenschaften des Gunner
G. Literatur (281)
H. Zusammenfassung /
Abstract (282)
Schultze , Dirk <S0446>:
Kloster Eldena und Universität Greifswald:
Geistige Gemeinschaft um 1500 im Spiegel der Bücher von
Wichmann Kruse und Michael Knabe (283-304).
Spiritual communities around 1500 as reflected in the
books owned by Wichmann Kruse and Michael Knabe.
Zusammenfassung
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den
geistigen Beziehungen zwischen der Universität Greifswald und dem nahe gelegenen
Zisterzienserkloster Eldena in den ersten Jahrzehnten des 15. Jhs.. Es soll
gezeigt werden, dass diese Beziehungen durch den Greifswalder Professor beider
Rechte und Theologen Wichmann Kruse wiederbelebt wurden. Dies wird dokumentiert
in der Rede Kruses anlässlich der Einsetzung eines neuen Abtes in Eldena 1510,
die hier zum ersten Mal editiert wird, sowie in der akademischen Laufbahn des
Eldenaer Mönchs Michael Knabe. Randbemerkungen in Büchern, die von Kruse und
Knabe besessen und / oder benutzt wurden, bezeugen deren intellektuelle und
Lektüreinteressen, wobei ein Katalog der bislang identifizierten Bücher auch
über den Umfang dieser privaten Gelehrtenbibliotheken aus der Reformationszeit
Aufschluss gibt. Damit stellt dieser Aufsatz auch einen Beitrag zur Gelehrtengeschichte
und Geistesgeschichte am nördlichen Rand des [vor-]reformatorischen Reiches dar.
Abstract
In this article, the intellectual
relationship between the University of Greifswald and the nearby Cistercian
monastery Eldena in the first decades of the 15th century is discussed. It
will be argued that this relationship is revived by the Greifswald professor of
law and theology, Wichmann Kruse, as documented both in his speech on the
occasion of the inauguration of a new abbot in Eldena in 1510, edited here for
the first time, as well as in the academic career of the Eldena monk Michael
Knabe. Marginal notes in books owned and / or used by Kruse and Knabe provide
evidence of their intellectual and reading interests, and a catalogue of
pertinent volumes identified so far documents the extent of these privately
owned scholarly libraries on the eve of the Reformation and beyond. This article
is thus a contribution to the intellectual history in the northern fringes of [pre-]
Reformation Germany.
A. Einleitung (283-285)
- Geistige Beziehungen zwischen Kloster Eldena und
Universität Greifswald
- Klöster als Zentren der Buchkultur
 |
Bibliotheken in Klöstern |
 |
Herstellung von Büchern |
 |
Buchbinderwerkstatt |
 |
Nachweis von Bücherschenkungen |
 |
Kommerzieller Buchhandel |
- Privatbibliotheken
 |
Gelehrte, meist Angehörige der Universität |
 |
Aus dem Privatbesitz des Universitätsprofessors
Wichmann Kruse gingen Bücher in den Besitz von dem Mönch Michael Knabe über |
B. Zu den Personen (285-288)
- Wichmann Kruse [1464-1534]
- Eigene Publikationen
- Bücher aus juristischem, theologischem und
humanistischem Bereich
 |
Randnotizen in Büchern von Interesse |
- Michael Knabe [um 1547]
- Karriere sowohl im Zisterzienserorden als auch an der
Universität
- Vermehrung der Buchbestände des Klosters
 |
Korrekturen, Koloraturen der Bücher |
C. Geistlicher Beistand und geistiger Austausch:
Die Beziehungen zwischen dem Kloster Eldena und der
Universität Greifswald (288-290)
- Rede von Wichmann Kruse 1510 zur Einsetzung von Enwald
Schinkel als Abt in Eldena
- Mönche studieren an der Universität Greifswald
D. Gedruckte Quellen (290)
E. Literatur (290-291)
F. Anhang 1
Bände aus dem Besitz oder mit Anmerkungen von Wichmann
Kruse und Michael Knabe (292-296)
G. Anhang 2
Die Commendatio abbatis Enwaldi von Wichmann Kruse
(297-303)
Anmerkungen (301-303)
H. Zusammenfassung /
Abstract (304)
Zur Begegnung von Kirche und Welt (305-384)
Auge, Oliver <A0072>:
Geistliche Gemeinschaften, Dynastie und Landesherrschaft
im Ostseeraum (305-322).
Clerical communities, dynasty and territorial lordship in
the Baltic region.
Zusammenfassung
In diesem Aufsatz werden zentrale Aspekte
des Beziehungsgeflechts von geistlichen Gemeinschaften, Dynastie und
Landesherrschaft im Ostseeraum beleuchtet. Als Ausgangspunkt dienen die Stiftung
und Privilegierung geistlicher Gemeinschaften durch die Herrschaft, worauf ihre
Rolle bei der Memorialpflege und die damit eng verbundene Funktion als
dynastische Grablegen zur Sprache kommen. Die Heranziehung wirtschaftlicher und
personeller Ressourcen der Gemeinschaften für die Versorgung fürstlicher
Familienangehöriger bzw. im Rahmen der sich etablierenden Landesherrschaft ist
ein weiterer Punkt. Letzteres führte zu einer verstärkten Integration der
Gemeinschaften in die Territorien, wie sie deren Aufnahme in die Landstände zum
Ausdruck brachte und wie sie in den landesherrlichen Klosterreformen gipfelte.
Die wechselseitigen Beziehungen wurden auf vielfältige Weise monumental
repräsentiert. Mit den genannten Beobachtungen ordnen sich die Verhältnisse des
Ostseeraums ganz in die westeuropäischen und mitteleuropäischen Strukturen ein. Ein
wesentlicher Unterschied besteht in der Chronologie, was in der vergleichsweise
späten Christianisierung und dem damit zusammenhängenden, späteren Aufbau
kirchlicher Strukturen begründet lag.
Abstract
In the article central aspects of the
relational network of clerical communities, dynasty and territorial lordship are
commented on. The foundation and privileging of clerical communities by the
lordship function as the point of origin, and their role at memorial care and
the function involved as dynastic sepulchre comes up for discussion. The
citation of economic and personnel resources of the communities for the
maintenance of members of the royal familiy resp. within the establishing
territorial lordship is a further point. The latter led to intensified
integration of the communities into the territories, as expressed by their
admittance to the Estates and as it culminates in the sovereign cloistral
reforms. The reciprocal relations were representated monumentally in many ways.
By observations the situation in the Baltic Sea area are completely included
into the West and Central European structures. A major difference exists in
respect of chronology, which is caused by comparativly late Christianization and
the late establishment of Church structures.
A. Einleitung (305)
- Beschränkung auf Dänemark und Schweden,
Mecklenburg-Vorpommern und Rügen
B. Die Stiftung und die Privilegierung geistlicher
Einrichtungen (305-307)
- Könige oder Fürsten als Stifter geistlicher
Gemeinschaften
- Klöster
- Weltliche Kollegiatkirchen
- Weitere Stifter mit regionalen Unterschieden
- Bischöfe
- Adlige Laien
- Stadtkommunen
- Weitere Förderung der Stiftungen durch Privilegien und
Schenkungen
C. Geistliche Einrichtungen als Grablegen und Orte
dynastischer Memoria (307-308)
- Gründe der Stiftungen und Schenkungen
- Seelenheil
- Gedächtnis des Stifters und seiner Familie
- Gebete für das königliche Seelenheil und das
Wohlergehen des Staates
- Kloster dient der Grablege des Stifters
D. Geistliche Einrichtungen als dynastische
Versorgungsstätten (308-310)
- Eintritt von Fürstensöhnen in ein Kloster oder Domstift
- Äbtissinnen und Nonnen sind Töchter aus Herrscherhäusern
- Unterbringung fürstlicher Witwen
E. „Instrumentalisierung“ geistlicher Einrichtungen für
herrschaftliche Zwecke (310-312)
- Versorgung von Kindern und Witwen
- Ausbildung künftiger Fürstengemahlinnen in den Klöstern
- Nutzung der wirtschaftlichen und personellen Ressourcen
des Klosters
- Kapläne arbeiten als herzogliche Notare oder
Sachverständige
- Geistliche Herren wirken als Gesandte
- Patronatsrecht: Einflußnahme auf die Besetzung der Ämter
- Entwicklung zum ‘Hauskloster’
F. Die Einbindung geistlicher Einrichtungen in die
landesherrlichen Territorien (312-313)
- Im Spätmittelalter Ausdehnung der Landessteuern auf
kirchliche Einrichtungen
- Abgaben der Klöster an die Landesherren [Geld und
Naturalien]
- Einbindung der Geistlichkeit als Prälaten in die
Landstände in Mecklenburg-Vorpommern
- Abhängigkeit der Klöster von den Landesherren
G. Geistliche Einrichtungen und die Klosterreform
(313-314)
- Fürsten betreiben Klosterreform
- Beseitigung von Mißständen
- Zur Sicherung ihrer Herrschaft über die Klöster
- Visitationen durch die Herrscher
- Folge: Etablierung eines landesherrlichen
Kirchenregiments / Landeskirche
H. Die Repräsentation der wechselseitigen Beziehungen
(314-315)
- Kirchen sind Ausdruck und Element der Residenzbildung
- Monumente in den Kirchen [Gedächtnis, Repräsentation]
I. Die Spezifika der Beziehung geistlicher Gemeinschaften
des Ostseeraums zu Dynastie und Landesherrschaft
(315-316)
- Fürstenstandbilder im Dom zu Doberan
- Stiftung des Brigittenordens
- Enge begrenzte zeitliche Abläufe der
Instrumentalisierung von Klöstern und Stiften
J. Quellen (317)
K. Literatur (317-321)
L. Zusammenfassung /
Abstract (322)
Flachenecker , Helmut <F0083>:
Die Rolle der Prämonstratenser im Ostseeraum (323-338).
The role of the Premonstratensians in the Baltic area.
Zusammenfassung
Die Prämonstratenser haben mit ihrer
Ordensstruktur eigenständig einen Ostseeraum definiert [bes. Circaria Daniae
et Norwegiae, Circaria Slaviae], der das südliche Skandinavien mit
Pommern verbunden hat. Dort besaßen die ordenseigenen Stifte eine relative
Eigenständigkeit in Abkehr von der sächsischen Zirkarie mit Magdeburg an der
Spitze. Die Sonderstellung wurde durch eine direkte, wenn auch wohl weitgehend
formale Unterstellung unter Prémontré gestärkt. Der Zugriff auf einige
Domkapitel von Ratzeburg bis Riga zeigt die großen Pläne, die mit den
Prämonstratensern im Zuge des Aufbaus einer Kirchenorganisation im Ostseeraum
ins Auge gefasst wurden, freilich blieben diese meist unerfüllt. Beziehungen zur
Kurie wie zu den Ortsbischöfen blieben auf das Normalmaß beschränkt.
Neben ordenspezifischen Aufgaben haben die
Prämonstratenser auch ihren Beitrag zum Landesausbau geleistet. Sie ließen sich
in zentralen Orten nieder, um von dort aus mit Unterstützung der weltlichen
Herrschaft zu kolonisieren. Inwieweit sie dabei auch seelsorgerisch tätig waren,
ist nur teilweise nachzuweisen. Somit besetzen die Prämonstratenser in
ultimam Thule kein Randthema bei der Erforschung des Ostseeraums als
Geschichtslandschaft und Kulturlandschaft.
Abstract
The Premonstratensians have defined
autonomous a Baltic area by the structure of their order [esp. Circaria
Daniae et Norwegiae, Circaria Slaviae], which connected south
Scandinavia with Pomerania. There the abbeys of the Order owned a relative
independence in renunciation of the Saxon circary with Magdeburg at the head.
The special position was strengthened by a direct, though largely formal
subordination under Prémontré. The access to some cathedral chapters from
Ratzeburg to Riga shows the ambitious plans which were made for the
Premonstratensians in the course of the construction of an ecclesial
organisation in the Baltic Sea area. Most plans remained unfulfilled. The
relations to the Curia and to the Bishops were confined to standard measure.
Apart from duties for their Order, the
Premonstratensians contributed to internal colonisation. They established at
central places to colonise thence with support by the profane lordship. How far
they worked pastorally, could be proved just partly. Thus the Premonstratensians
in ultimam Thule represent no side issue for the research of the Baltic
Sea area as a historical and cultural landscape.
A. Einleitung (323)
- Prämonstratenser beabsichtigen Rückgriff auf das Ideal
der Urgemeinde
- Gemeinschaften mit männlichen und weiblichen Zug
B. Die Ordensausbreitung der Prämonstratenser
(323-324)
- Die Ordensausbreitung in drei Phasen
- 1120-1134: Gründung Prémonté bis zum Tod von Norbert
 |
68 Niederlassungen mit Schwerpunkt Nordfrankreich,
Westfalen, Brabant, Lothringen, Sachsen |
 |
1134-1161: bis zum Tod des Hugo von Fosses |
 |
ca. 140 Niederlassungen in ganz Europa von Nordengland
bis Süditalien |
- Kongregation in den bisherigen Stammlandschaften
 |
Ende 12. Jh. |
- 90 Stifte tragen zur Verdichtung in den bereits
erfaßten Räumen bei
- Stifte an der Ostsee fallen überwiegend in die zweite
und dritte Phase
C. Organisation der Prämonstratenser
(324-325)
- Regionaleinteilung in Zirkarien
- Doppelte Visitation
- Visitation durch den Vaterabt
- Visitation durch die vom Generalkapitel beauftragten
circatores capituli
- Stiftsverzeichnisse vom Beginn 13. Jh. [Berne]
- Frankreich Diözesangliederung
- In regno Anglie: Circaria prima, secunda und tertia
- Deutschland Einteilung nach Landschaften
- Weitere Länder
 |
Circaria Daniae et Norwegiae |
 |
Circaria Slaviae |
 |
Circaria Westfalia |
 |
Circaria Saxoniae |
 |
Circaria Poloniae |
 |
Circaria Livoniae |
- Karte 1: Zirkarien im Ostseeraum
D. Die Ordensprovinzen im Ostseeraum
(325-330)
- Circaria Daniae (325-326)
- Karte 2: Prämonstratenserstifte im Ostseeraum
- Tommarp, St. Peter und Paul
- Vä
- Bäckaskog
- Lund-St. Trinitatis
- Öfved
- Circaria Slaviae (326-328)
- Belbuck
- Grobe
- Treptow
- Stolp
- Circaria Norwegiae (328-329)
- Børglum
- Vrejlev, Frauenstift
- Tønsberg
- Dragsmark
- Circaria Livoniae (329)
- Circaria Saxoniae (329)
- Ratzeburg
- Brodw
- Gramzow
- Gottesstadt / Oderberg
- Circaria Poloniae (329-330)
E. Abhängigkeiten (330-331)
- Aufbau eines von den Diözesanstrukturen unabhängiges
Verwaltungssystem
- Prémontré bleibt die Vaterabtei [Besuche und
Visitationen]
F. Beitrag zum Herrschaftsausbau
(331-335)
- Verbindung von Herrschaftsausbau und Missionierung
- Ansiedlung an vorhandenen zentralen Orten
- Innovationszentren für verbesserte Landwirtschaft
- Einführung mechanischer Geräte
- Handel, Schiffahrt, Fischfang
- Seelsorge zunächst durch Weltpriester bzw. Vikare, ab
14. Jh. durch Prämonstratenser
- Prämonstratenserstifte sind Orte der herrschaftlichen
Memoria
- Patrozinien: Heilige auch dem polnischen Bereich
G. Fazit (335)
- Eigenständige Entwicklung im Ostseeraum –
Provinzialeinteilung
- Verbindung des südlichen Skandinavien mit Pommern
- Ordenspezifische Aufgaben und Beitrag zum Landesausbau
- Gewisse Abhängigkeit von den Landesherren und dem
niederen Adel
- Beherbergungspflichten und Landsteuerpflichten
- Lebensmittellieferungen
- Beteiligung an der Landesverteidigung
H. Quellen (336)
I. Literatur (336-337)
J. Zusammenfassung /
Abstract (338)
Kersken , Norbert <K0232>:
Öffentliches Notariat und klösterliches Urkundenwesen
(339-350).
Public notaryship and monastic documentation.
Zusammenfassung
Die Institution des öffentlichen Notariats
setzte sich seit den zwanziger Jahren des 14. Jhs. im südlichen Ostseeraum [von
Lübeck bis Livland] durch. Schon wenige Jahre später gibt es Hinweise dafür,
dass Notarsurkunden auch im klösterlichen Bereich Eingang gefunden haben. Diese
Beziehung wird in drei Schritten untersucht, wobei etwa 250 Notarsurkunden, die
in Klöstern verhandelt wurden, zugrunde liegen. Die Musterung der in
Notarsurkunden in der Regel genauen Angaben über den Verhandlungsort verweist
vor allem auf den Speisesaal, den Kapitelsaal und die Abtswohnung sowie einen
städtischen Klosterhof als Ort der Urkundshandlung. Angesichts des Umstands,
dass nur von wenigen Notaren mehrere Urkunden überliefert sind, sind Aussagen
über das Tätigkeitsprofil der Notare schwierig, doch gibt es Hinweise darauf,
dass manche Notare relativ feste Arbeitsbeziehungen zu bestimmten Klöstern
hatten. Hinsichtlich der Urkundenform dominieren die einfachen unbesiegelten
Notarsinstrumente; ein kleiner Teil der Urkunden, vor allem solche aus dem 14.
Jh., sind Notarsinstrumente mit fremdem Beisiegel; größer ist die Zahl der
klösterlichen Siegelurkunden mit zusätzlicher notarieller Unterfertigung.
Thematisch dominieren die Urkunden, die Angelegenheiten des jeweiligen Klosters
verhandeln; von Interesse ist freilich, dass es auch eine Reihe von in Klöstern
ausgefertigten Notarsurkunden gibt, die das Kloster materiell nicht betreffen,
sei es, dass Angelegenheiten eines anderen Klosters, Angelegenheiten der
jeweiligen Stadt oder aber dass Beurkundungen ausgeführt wurden, die weder ein
Kloster noch die jeweilige Stadt angingen.
Abstract
The institution of public notaryship
prevailed in the 1320s in the South Baltic Sea area [from Lübeck to Livonia].
Therefore, after just a few years there are indications therefore, that
documents of notaries found their way into the monastic domain. This
relationship was investigated by three steps, based on about 250 documents of
notaries, which were negotiated at cloisters. The analysis of the usually true
information of the documents about the venue particularly points out to the
refectory, the chapter house and the domicile of the abbot as well as to one
urban cloister courtyard. In view of the fact that documents by only a few
notaries have survived, it is difficult to make statements on the job profile of
notaries. But there are indications, that some notaries had relatively constant
work relations to certain cloisters. Considering the form of the documents
simple unsealed notary instruments are predominant. A small proportion of the
documents, especially those from the 14th century, are notary instruments with a
different co-seal. The number of cloistral sealed documents with additional
notarially engrossment is bigger. Topically, those documents are predominant
which negotiate affairs of the respective cloister. Of course it matters that
there is a number of notarial documents, engrossed at the cloisters, which do
not concern the cloister in a material way, be it that affairs of another
cloister, affairs of the respective town are dealt with or that certificates are
issued which neither regard a cloister nor the respective town.
A. Einleitung (339-340)
- Institution des öffentliches Notariat
- Ab dem 14. Jh. als Rezeption des kanonischen Rechts
- Öffentlicher Notar im 15. / 16. Jh. für beide Gewalten
- Wirkungsstätten der öffentlichen Notare
- Bischöfliche Residenzen
- Domkapitel und Kollegiatkapitel
B. Notarielle Geschäfte in Klöstern
(340-343)
- Auswertung von 230 Urkunden
- In 50 verschiedenen Klöstern verhandelt
- 100 davon in Zisterzienserklöstern
- Orte der Ausstellung von Urkunden
- Meistens Speisesaal, Refektorium, Kapitelsaal
- Selten Klosterkirche, Kreuzgang, Klosterbibliothek
- Öfter Gästehaus, Wohnung vom Abt
- Städtische Höfe der Zisterzienser
C. Die Notare und die Urkundenform
(343-346)
- Etwa 120 Notare bekannt [großer Überlieferungsverlust]
- Etwa die Hälfte nur von einer Urkunde bekannt
- Kleine Gruppe wiederholt für ein bestimmtes bzw.
mehrere Klöster tätig
- Größere Gruppe für Kirche und Stadt tätig
- Manche Notare über einen längeren Zeitraum für ein
Kloster tätig
- Notare gehen mit auf Reisen
- Verschiedene Formen von Notariatsurkunde
- Reines Notariatsinstrument [ca. 50 %]
- Notariatsinstrument mit fremden Beisiegel [10 %]
- Siegelurkunde mit Notarsunterschrift [40 %]
D. Klosterbetreffe in Notariatsurkunden
(346-348)
- Zwei Drittel betreffen das eigene Kloster
- Klosterinterne Angelegenheiten
- Beziehungen des Klosters nach außen
- Transsumpte von Urkunden
- Ein Drittel betreffen nicht das eigene Kloster
- Angelegenheiten von einem anderen Kloster
- Nichtklösterliche Angelegenheiten der jeweiligen Stadt
- Einzelne Streitigkeiten
- Transsumpte von Urkunden für einen Dritten
E. Quellen (349)
F. Literatur (349-350)
G. Zusammenfassung /
Abstract (350)
Fey , Carola <F0119>:
Silber, Gold und heilige Gebeine –
Sakrale Schätze geistlicher Gemeinschaften im Ostseeraum
(351-366).
Silver, gold and holy bones –
The sacral treasures of clerical communities in the Baltic
area.
Zusammenfassung
Von den sakralen Schätzen
mittelalterlicher Klöster des Ostseeraumes sind nur wenige materielle Zeugnisse
überliefert. Der ehemalige Umfang und die religiöse Bedeutung der kirchlichen
Schätze sind vor allem aus Stiftungsbelegen und Inventaren zu erschließen. Die
Zeugnisse zu Stiftungen lassen erkennen, dass den materiellen Gaben unter den
Aufwendungen für die Memoria besondere Aufmerksamkeit zukam. Die differenzierten
Verfügungen zur Kennzeichnung der Objekte und zum speziellen liturgischen
Gebrauch verweisen auf die Bedeutung, die der Bindung der gestifteten
Schatzstücke an die Person des Gebers zukam. Die Inventare der pommerschen
Klöster, die auf Veranlassung der pommerschen Herzöge anlässlich der
reformatorischen Unruhen um 1525 erstellt wurden, können Hinweise auf Umfang und
Zusammensetzung der sakralen Schätze sowie auf die unterschiedliche Ausstattung
der Klöster geben. Zudem lassen die Inventare besondere Merkmale erkennen, die
durch den Zeitpunkt und die Motivation der Inventarisierungen erklärbar
scheinen. So war die Wahrnehmung der Inventoren offensichtlich bevorzugt auf die
Schatzstücke aus Edelmetall konzentriert, während Gefäße aus anderen Materialien
und Reliquien wenig Beachtung in den Aufzeichnungen fanden.
Abstract
Very few material evidence of sacral
treasures of medieval cloisters of the Baltic Sea region has been preserved. The
former magnitude and the religious importance of the ecclesial treasures are
primarily inferred by the evidences of the foundations and inventories. The
evidence concerning the foundations indicate that the material gifts for the
memoria were of particular importance. The differentiated decrees regarding the
designation of the objects and their special liturgical use refer to the
importance which is assigned to the relationship of the precious objects to the
donor. The inventories of the Pomeranian cloisters, which were created at the
instigation of the Pomeranian dukes during the commotions of the Reformation
around 1525, may indicate the magnitude and composition of the sacral treasures
and the different equipment of the cloisters. Furthermore the inventories
indicate special characteristics which seem to be explainable by the date and
the motivation of the inventories. Thus the appreciation of the inventors
obviously was concentrated on treasures consisting of precious metal, but
vessels of other materials and relics attracted little attention in the
notations.
A. Einleitung (351-352)
- Kirchenschätze [Ornamenta ecclesiae] in
mittelalterlichen Inventaren
- Paramente
- Liturgische Bücher und Geräte
 |
Vasa sacra |
 |
Vasa non sacra |
- Wahrnehmung der Kirchenschätze
- Nur gelegentlich für Gläubige zu sehen
- In der Liturgie, in Prozessionen, Wallfahrten
usw. vorgezeigt
- Quellen
- Archäologische Quellen: nur ca. 1 % der
spätmittelalterlichen Goldschmiedearbeiten erhalten
- Schriftliche Quellen: Inventare, Zeichnungen von
Kirchenschätzen, Heiltumsschriften
B. Herkunft und memoriale Funktionen der Schätze
(352-357)
- Stiftungen an pommersche Klöster und Stifte
- Schmiedearbeiten aus Gold und Silber in Verbindung mit
Geldspenden
- Liturgische Ausstattungsstücke, auch Kapellen
- Christliche und profane Objekte aus dem Besitz des
Stifters
- Aufwendungen für die Memoria
C. Die Wahrnehmung der Schätze auf der Grundlage der
herzoglichen Inventare (357-362)
- Inventare pommerscher Klöster anläßlich reformatorischer
Unruhen erstellt
- Edelmetall und liturgische Gewänder oft in die
herzoglichen Schlösser zur Verwahrung gebracht
- Kleinodien den Stadträten / Stadtrat zur Aufbewahrung
gegeben
- Häufigste Objekte in den Inventaren
 |
Kelche – Kelch |
 |
Monstranzen – Monstranz |
 |
Hostiengefäße – Hostie |
 |
Kreuze |
 |
Paxtafeln – Pacifacal oder Petzkreuz |
 |
Marienbilder |
 |
Reliquien und Reliquiare – Reliquiar |
D. Schlußfolgerungen
(362-363)
- Herzögliche Inventare konzentrieren sich auf Edelmetalle
- Reliquienkritische reformatorische Einstellung
- Bevorzugung moderner Formen
- Besondere Stiftungen an die für Memoria bestimmten Orte
E. Quellen (363)
F. Literatur (363-365)
G. Zusammenfassung /
Abstract (366)
Gleba , Gudrun <G0201>:
Die spätmittelalterliche Situation der Klöster im heutigen
Mecklenburg-Vorpommern –
Wirtschaftstätigkeiten, gesellschaftliche
Verflechtungen, Reformen: eine Skizze (367-374).
The late medieval situation of the monasteries in
modern-day Mecklenburg-Western Pomerania –
Economic activities, social entanglements, reforms: a
sketch.
Zusammenfassung
Die spätmittelalterliche Situation der
Klöster im Raum des heutigen Mecklenburg-Vorpommerns ähnelt derjenigen in
anderen Regionen im sog. Jahrhundert der Reformen. Währen ein Teil der Konvente
auf alten Privilegien beharrte und stiftsähnliche Lebensformen für sich
reklamierte, schlossen sich andere Gemeinschaften den aufkommenden
Reformbewegungen an. Die Rückkehr zu traditionellen monastischen Werten in einer
angestrebten Übereinstimmung von Außen und Innen demonstrierten sie zum einen
durch die Wiederaufnahme des ‚opus dei’ und der ‚lectio divina’ in regelmäßigen
liturgischen Feiern und dem Ausbau der vorhandenen Bibliotheken, zum anderen
durch die Stabilisierung der ökonomischen Verhältnisse, die Sanierung und den
Ausbau der klösterlichen Bauten und deren Ausschmückung. All dies wurde in neuen
Wirtschaftsbüchern / Wirtschaftsbuch und Rechnungsbüchern / Rechnungsbuch festgehalten und dezidiert als Neubeginn
deklariert. Die Reformation setzte diesen monastischen Neuanfängen des 15. Jhs.
jedoch in Mecklenburg-Vorpommern ein schnelles Ende.
Abstract
In the late Middle Ages, the monastic
situation in the region of what today is called Mecklenburg-Vorpommern resembles
that of other regions in the so called century of reforms. Some convents
insisted in old privileges and their rights of relatively unrestricted ways of
living, whereas other communities followed the new movements of monastic reforms.
One significant point in returning to traditional monastic values was an overall
concordance between inner behaviour and outer appearance. It was demonstrated on
the one hand by regular services to fulfill the ‘opus dei’ and by completing the
libraries for the ‚lectio divina’, on the other hand by stabilizing the
convent´s economy, renovating the monastic buildings and spending considerable
sums on their decoration. All this was noted in newly started account books and
decidedly declared as a new beginning. However, in Mecklenburg-Vorpommern the
Reformation put a sharp end to these developments of the 15th century.
A. Einleitung (367-368)
- 15. Jh. Reichsreformen und Kirchenreformen
- Klösterliche Gemeinschaften gewinnen Stabilität und
Status zurück
B. Einige Reformbeispiele
(368-369)
- Reformforderungen und Reformumsetzung der Benediktiner und
Zisterzienser
- Durchsetzung und Kontrolle der Reformen durch
Visitationen
- 10 Klöster in Mecklenburg-Vorpommern vom Reformprogramm
betroffen
C. Eine neue Blüte der Klöster im Raum
Mecklenburg-Vorpommern im 15. Jh. ? (369-370)
- Einschätzung der wirtschaftlichen Lage unterschiedlich
D. Bildung und Bücher (370)
- Beziehung von Kloster Doberan zu der Universität Rostock
- Beziehung von Kloster Eldena zu der Universität
Greiswald
E. Bautätigkeiten (370)
- Um- Anbauten in den Klöstern
F. Altäre, liturgisches Gerät, kirchliche Feste
(370-371)
- Neue Geräte, Altäre durch Kauf oder Stiftung
- Redentiner Osterspiel von 1464 in mittelniederdeutscher
Sprache
G. Einwände, Zweifel und weiteres mögliches Vorgehen
(371-372)
- Vielleicht sollte jedes Kloster einzeln betrachtet
werden
- Noch keine Klärung, ob Künstler städtische und
klösterliche Auftraggeber hatten
H. Literatur (372-373)
I. Zusammenfassung /
Abstract (374)
Röpcke , Andreas <R0180>:
Gewalt, Gericht und Backsteingotik – Der Stralsunder
Papenbrand von 1407 (375-384).
Violence, judgement and brick Gothic – The Stralsund
burning of clergymen in 1407.
Zusammenfassung
Ein eskalierender Streit zwischen dem Rat
der Stadt Stralsund und dem Archidiakon von Tribsees, Cord Bonow, um die Höhe
der Opfergelder in den Kirchen Stralsunds führte 1407 zu einer Fehde Bonows
gegen die Stadt, bei der das Stadtfeld verwüstet wurde und Tote und Verletzte zu
beklagen waren. Die aufgebrachten Stralsunder übten daraufhin Vergeltung: Sie
verbrannten öffentlich drei Geistliche. Die Stadt geriet durch den Schweriner
Bischof in Bann und Interdikt, aus dem sie sich nach vergeblichen Bemühungen an
der Kurie durch eine Sühneleistung befreite: In Stralsund wurde die
Apollonienkapelle gebaut und mit Vikarien ausgestattet, in Schwerin der Dom
eingewölbt. Das ist durch eine Bauinschrift auf 1416 zu datieren.
Abstract
An escalating conflict between the town
council of Stralsund and the Archdeacon of Tribsees, Cord Bonow, about the
amount of sacrificial funding at the churches of Stralsund led to a feud by
Bonow against the town in 1407. Thereby the city field was devastated and there
were dead and wounded. The angry citizens of Stralsund retaliated: They publicly
burnt three clergymen. The town was excommunicated and interdicted. After vain
endeavours at the curia, the city was released by an act of expiation: In
Stralsund the Apollonienkapelle was built and provided with Vikarien. In
Schwerin the cathedral was vaulted. This can be dated to 1416 by a building
inscription.
A. Einleitung (375)
- Der Papenbrand [Pfaffenverbrennung] beleuchtet
verschiedene Aspekte
- Beziehungen zwischen Adel, Kirche und Stadtbürgern um
1400
- Problemlösung durch Gewalt und Kirchenrecht
- Quellen
- Bearbeitungen
- Otto Fock, Rügen-Pommersche Geschichten, 1866
- Fritze, Stralsunder Stadtgeschichte, 1984
B. Das Ereignis (375-377)
- Streit des Cord Bonow mit der Stadt Stralsund wegen
Verminderung des Münzwertes
- Unterstützung von Feinden der Stadt, dem Herzog und
den später verbrannten Klerikern
- Plünderungszug von Pfarrer Conrad Bonow
- Aufgebrachte Menschenmenge Stralsunder Bürger zieht
durch die Stadt und nimmt Geistliche gefangen
- Öffentliche Verbrennung von zwei Pfarrern und einem
Kaplan
- Streit letztendlich zwischen Schweriner Bischof / Herzog
und der Stadt
C. Der Archidiakon und sein Bischof
(377-379)
- Lebenslauf von Conrad Bonow
- Lebenslauf vom Schweriner Bischof Rudolf, Herzog zu
Mecklenburg-Stargard
D. Kirchenrecht als Waffe
(379-381)
- Bann und Interdikt durch den Schweriner Bischof für
Stralsund
- Vermittlung durch Herzog Wartislaw IX. von Stettin und
Herzog Johann von Mecklenburg
- Sühneleistungen
- Bau einer Kapelle auf dem Kirchhof bei St. Marien [Apollonienkapelle]
- Errichtung eines steinernen Sühnekreuzes an der Stelle
des Papenbrandes
- Seelenmessen
- Je drei Pilger nach Rom, Santiago, Wilsnack, zum
Gollen
- Bischof soll 1500 Mark für die Weihe von Kirchen und
Friedhöfen erhalten
- Aufhebung des Bannes 1407 nach zwei Jahren
E. Sühne auch in Backstein
(381-382)
- Die Apollonienkapelle mit drei Altären
- Eine Altarpfründe tritt Bischof Rudolf an Cord Bonow
ab
- Einwölbung des Schweriner Dom als Sühneleistung
F. Quellen (383)
- Ungedruckte Quellen
- Gedruckte Quellen
G. Literatur (383)
H. Zusammenfassung /
Abstract (384)
Autorenverzeichnis / List
of authors (385-386).
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