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[Letzte Aktualisierung: 23.04.2007] [ IA 43 ] Bandkeramische Siedlungsbestattungen in Südwestdeutschland.Archäologische und anthropologische Befunde. Jörg Orschiedt Hardcover Insgesamt 82 Fälle [84 Individuen] bandkeramischer Siedlungsbestattungen kommen in Baden-Württemberg in Siedlungsgruben, Grubenkomplexen, Längsgruben, Grabgruben, einem Haus und einem Erdwerksgraben vor [31 Fälle mit sicherem Befund]. Darunter befinden sich überproportional viele Kinder, unter denen die Altersgruppe infans II [7-14 Jahre] überwiegt. Die Altersstufen neonatus, infans I und spätmatur bis senil sind so selten wie in Gräberfeldern. Insgesamt und besonders bei den Kindern überwiegen Frauen. Die Beigabenfrequenz liegt mit 23% deutlich unter den Gräberfeldern, vom mittleren Neckar abgesehen, wo Gräberfelder ähnlich beigabenarm sind und die Zahl der Siedlungsbestattungen besonders hoch ist. Orientierung und Haltung der Toten entsprechen den Gräberfeldbefunden, der Grabbau ist z.T. sogar aufwendiger. All dies zeigt an, daß es sich bei den Siedlungsbestattungen um einen festen Bestandteil des bandkeramischen Totenrituals handelte. Die anthropologischen Befunde besitzen große Ähnlichkeit zu solchen aus Gräberfeldern, lediglich die Cribra orbitalia [infolge anämischer Erkrankungen] ist in Siedlungen häufiger vertreten.
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